Italienisches Finanzhaus CDP begibt Anleihe mit einem Volumen in Höhe von drei Milliarden Euro
Zinssorgen treiben Renditen weiter nach oben

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen zunehmender Inflationssorgen und damit verbundenen Ängsten vor weiteren Leitzinserhöhungen. Diese Befürchtungen drücken seit einigen Tagen die Stimmung an den US-Bondmärkten. Aber auch in der Euro-Zone nehmen die Erwartungen mit Blick auf steigende Leitzinssätze zu.

HB FRANKFURT/M. Gestern reagierten die Anleihen erneut mit fallenden Kursen. Spiegelbildlich kletterten die Renditen. Die Effektivverzinsung der zehnjährigen US-Treasury legte bis zum Abend auf 4,47 Prozent zu und erreichte damit ein Sechsmonatshoch. Die gleich laufende Bundesanleihe stieg auf 3,29 Prozent – den höchsten Wert in zwei Monaten. Der Bund-Future, Messlatte für die Stimmung in der Eurozone, lag zum Handelsschluss an der Terminbörse Eurex mit 0,50 im Minus bei 121,35 Prozent.

Rückendeckung erhielten die Zinsskeptiker durch einige der gestern veröffentlichten Wirtschaftsdaten. So stiegen die US-Importpreise im vergangenen Monat um 2,3 Prozent, maßgeblich getrieben von den Öl- und Gaspreise. Ohne den Öleinfluss wurden 1,2 Prozent errechnet – der höchste Zuwachs seit Aufnahme dieser Berechnungen im Januar 1989. Wegen wachsender Gefahren empfehlen jetzt Häuser wie Merrill Lynch und Barclays Capital so genannte Tips, inflationsgeschützte Anleihen.

Weitere Aufschlüsse über die aktuellen Preisentwicklungen erhoffen sich die Analysten vom heute anstehenden Konsumentenpreisindex. Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg unter 69 Ökonomen erwarten die Experten für den vergangenen Monat im Schnitt einen Anstieg von 0,9 Prozent – es wäre der höchste Anstieg sei Januar 1990. Bei den ebenfalls veröffentlichten Einzelhandelsumsätzen und der Industrieproduktion sind die Fachleute auf fallende Tendenzen eingerichtet.

In der Euro-Zone passten die aktuell veröffentlichten Daten ins Gesamtbild. Die französischen Konsumentenpreise stiegen im September um 2,4 Prozent. Der höchste Anstieg seit 13 Monaten, auch hier auf steigende Energiepreise zurückzuführen, nährte ebenfalls die Zinssorgen. Diese Einschätzung wurde von dem aktuellen Monatsbericht der Europäischen Zentralbank bestätigt. Dort war von nötiger Wachsamkeit gegenüber Inflationsgefahren die Rede. Laut der EU-Kommission dürfte das Wachstum im vierten Quartal 0,6 Prozent erreichen, nach 0,4 Prozent im dritten Quartal.

Am Primärmarkt fielen einige Adressen mit größeren Emissionen auf. An erster Stelle stand das drei Mrd. Euro umfassende Papier der italienischen Cassa Depositi e Prestiti CDP, einem Finanzierer von Kommunen und Infrastrukturprojekten. Das Volumen des siebenjährigen Bonds mit drei Prozent Kupon und Ausgabekurs von 98,875 Prozent war ursprünglich auf zwei Mrd. Euro ausgelegt, dann wegen der doppelt so hohen Nachfrage auf das genannte Volumen ausgeweitet worden. Etwa 26 Prozent der Mittel wurden von deutschen Investoren aufgenommen.

Die Europäische Investitionsbank legte einen zehnjährigen Bond im Volumen von einer Mrd. Euro auf, Kupon und Ausgabekurs wurden mit 4,625 Prozent bzw. 99,085 Prozent genant. Die kanadische Provinz Quebec zapfte den Markt ebenfalls mit einer lang laufenden Anleihe an. Hier belief sich das Volumen auf 1,5 Mrd. Euro, Kupon und Ausgabekurs auf 3,375 Prozent bzw. 98,942 Prozent. Niedersachen brachte eine Landesschatzanweisung mit 250 Mill. Euro Volumen.

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