Jumbo-Emission
LBBW testet den Pfandbrief-Markt

Mit der Landesbank Baden-Württemberg bringt erstmals seit fast sechs Monaten wieder eine deutsche Großbank einen großvolumigen Pfandbrief an den Markt. Die LBBW kommt die Milliarden-Emission aber teuer zu stehen. Wegen der großen Konkurrenz am Anleihemarkt muss sie das Papier mit einem hohen Zinsaufschlag anbieten.

HB FRANKFURT. Zum ersten Mal seit fast einem halben Jahr kommt eine große deutsche Bank wieder mit einem Jumbo-Pfandbrief an den Markt. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) kündigte am Mittwoch an, ein Papier im Volumen von einer Milliarde Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren herausgeben zu wollen. Die Vorbereitungen für die Emission liefen bereits, sagte ein LBBW-Sprecher. Konsortialführer der Transaktion sind die Commerzbank, Société Générale und die LBBW selbst.

Pfandbriefe mit Laufzeiten von fünf bis zehn Jahren sind seit Beginn der weltweiten Finanzkrise kaum mehr begeben worden. Die Laufzeiten liegen inzwischen eher bei drei Jahren. In diesem Bereich gibt es aber starke Konkurrenz durch die Flut an staatlich garantierten Bankbonds, die derzeit auf den Markt kommen. Diese ebenfalls als sicher geltenden Papiere treiben die Kosten für Pfandbrief-Emittenten nach oben. Pfandbriefe gelten durch die Absicherung etwa mit Hypotheken oder Krediten an die öffentliche Hand auch als sichere Anlage.

Mit der ersten Pfandbrief-Emission seit Monaten betätigt sich die LBBW jetzt also als Eisbrecher am eingefrorenen Markt. Experten bezweifeln allerdings, dass damit bereits Tauwetter herrscht. „Die Platzierung hat sicher Signalwirkung für andere Emittenten – ist für die LBBW aber auch teuer“, sagte ein Analyst.

Wie schwer der Markt aktuell ist, zeigt sich an den Konditionen, die die LBBW zahlen muss: Das Papier, dessen Zinsen und Tilgung durch Staatskredite gedeckt sind, wurde mit einem Aufschlag von 0,75 Prozentpunkten im Vergleich zum fünfjährigen Swap-Satz gepreist. Einen so hohen Aufschlag musste noch nie ein deutscher Emittent für einen mit Staatskrediten gedeckten Jumbo bezahlen.

Swap-Sätze sind der Preis zum Tausch fester gegen variable Zinsen und der zentrale Vergleichsmaß für die Bewertung von Anleihen. „Die aktuelle Emission zeigt, dass die Pfandbrief-Häuser in der Realität angekommen sind und bereit sind, Aufschläge zu zahlen, die vor einem Jahr noch undenkbar gewesen wären“, sagte der Analyst. Zum Vergleich: Ihren letzten Jumbo hatte die LBBW vor einem Jahr begeben und konnte sich dabei mit einem Abschlag von 0,01 Prozentpunkt zum Swap-Satz refinanzieren.

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