Jumbo-Pfandbrief
HRE-Tochter holt sich 1,5 Milliarden Euro

Die verstaatlichte Krisenbank Hypo-Real-Estate (HRE) bekommt über ihre Tochter Deutsche Pfandbriefbank wieder Geld von internationalen Investoren: Die Investoren reißen sich förmlich um den ersten Jumbo-Pfandbrief der Deutschen Pfandbriefbank seit über einem Jahr.

FRANKFURT. Am Dienstag begab die Tochter der verstaatlichten HRE erstmals seit über einem Jahr einen Jumbo-Pfandbrief. Er hat ein Volumen von 1,5 Mrd. Euro. Vorstandschef Axel Wieandt zeigte sich erleichtert: "Vor einigen Monaten wäre kaum vorstellbar gewesen, dass wir mit so einer großen Emission an den Markt kommen können", sagte Wieandt dem Handelsblatt.

Seit Sommer 2008 hatte sich die HRE bei Investoren nur über maßgeschneiderte kleine Anleihen und Pfandbriefe refinanzieren können. Der gestrige Jumbo kam bei Investoren aber sehr gut an. "Wir haben Kaufaufträge über 4,6 Mrd. Euro bekommen", sagte Wieandt. Dies sieht er als Zeichen dafür, dass die Deutsche Pfandbriefbank am Markt akzeptiert wird.

Die Konsortialbanken Citibank, Commerzbank, Deutsche Bank, DZ Bank, HSBC und Landesbank Baden-Württemberg konnten die Auftragsbücher gestern nach nur einer halben Stunde schon wieder schließen. Die große Nachfrage sieht Wieandt als gute Basis für weitere Jumbo-Emissionen, konkrete Pläne dafür gebe es aber noch nicht.

Der Jumbo der Deutschen Pfandbriefbank, der in fünf Jahren fällig wird, ist mit Hypotheken gedeckt. Er hat einen Zinsschein von 3,125 Prozent und wurde zu einem Ausgabekurs von 99,69 Prozent begeben. Daraus errechnen sich eine Rendite von 3,19 Prozent und ein Risikoaufschlag von 0,50 Prozentpunkten im Vergleich zum Interbankensatz. Damit wurde der Risikoaufschlag am unteren Ende der zuvor angekündigten Spanne festgesetzt.

Rund zwei Drittel des Jumbo-Pfandbriefs gingen an deutsche Investoren, der Rest an internationale Anleger aus dem europäischen Ausland, vor allem aus Skandinavien und Südeuropa. An Fondsmanager gingen nach Angaben aus Konsortialkreisen rund 50 Prozent der Emission, an Banken 32 Prozent. Zentralbanken hatten einen Anteil von sechs Prozent.

Der Bund hatte die HRE im vergangenen Herbst vor der Insolvenz gerettet. Seither stützte er die Bank mit Kapitalspritzen und Garantien von rund 100 Mrd. Euro. Anfang Juni übernahm er 90 Prozent der Anteile und kann nun die restlichen Aktionäre abfinden. Seit Ende Juni sind die Kerngeschäftsfelder Immobilien- und Staatsfinanzierung in der Deutschen Pfandbriefbank gebündelt. Gewinne erwartet Wieandt frühestens 2012.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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