Junk-Bond-Risikoprämien so hoch wie nie
Ausverkauf an den Kreditmärkten

Die Risikofurcht der Anleiheinvestoren hat neue Dimensionen erreicht. Immer mehr Investoren wollen sich vor einem Ausfall von Unternehmensschulden schützen oder über Derivate von der Angst vor steigenden Ausfälle profitieren. Besonders betroffen sind davon Junk-Bonds, also Anleihen von Firmen mit schwacher Bonität.

FRANKFURT. "Die düsteren Konjunkturausblicke, die sich zuletzt mit Daten aus den USA verschärft haben, belasten die Kreditmärkte sehr", sagt Willem Sels, Leiter der Kreditstrategie bei Dresdner Kleinwort. Dazu sei zuletzt die Furcht vor einer deutlichen Wachstumsabschwächung in den Schwellenländern gekommen, die sich wiederum negativ auf die Wirtschaft in den Industrienationen auswirken sollte.

"Außerdem können sich die Kreditmärkte derzeit nicht von dem Einbruch an den Aktienmärkten abkoppeln", sagt Sels. Gerade die Junk-Bonds bekämen die Auswirkungen der schwächeren Wirtschaft extrem zu spüren, betonen auch die Kreditstrategen der Société Générale.

Entsprechend eilt der Derivate-Index i-Traxx-Crossover, den es seit gut vier Jahren gibt, seit Tagen von Rekord zu Rekord. Gestern stieg er erstmals über die Marke von 800 Basispunkten. In diesem Index, der auch als Angstbarometer für die Kreditmärkte gilt, sind 50 europäische Unternehmen mit Ratings an der Schwelle zum oder im Junk-Bereich zusammengefasst.

Die Risikoprämie von 800 Basispunkten bedeutet, dass Investoren acht Prozent der Summe, die sie absichern wollen, als Prämie zahlen müssen. Unter den deutschen Firmen sind im i-Traxx-Crossover zum Beispiel Tui, Fresenius und Heidelberg Cement enthalten.

Unter zunehmenden Druck stehen aber auch die Anleihen von Unternehmen mit solideren Ratings. So kletterte der i-Traxx-Europe-Index, über den sich Investoren vor einem Ausfall von 125 europäischen Unternehmen guter Bonität schützen können, gestern auf über 160 Basispunkte.

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