Junk-Bonds
Firmen-Anleihen locken zum Einstieg

Der Anstieg der Risikoprämien macht hochverzinsliche Anleihen wieder attraktiv. Es kommt aber auf die Auswahl der Papiere an.

FrankfurtDie Ängste vor der Euro-Schuldenkrise und einer Rezession haben auch den Markt für Anleihen wenig kreditwürdiger Unternehmen voll erwischt. Vor allem im August und September - als auch die Aktienmärkte einbrachen - stürzten auch die Kurse der Junk-Bonds ("Schrottanleihen") genannten Zinspapiere ab. Seither stabilisiert sich die Lage zumindest leicht, und Experten raten Anlegern, die zwischenzeitliche Kursschwankungen aushalten können, zum Einstieg bei den Unternehmen, deren Bonität trotz des Junk-Status noch relativ gut ist.

"Durch die gesunkenen Kurse sind die Renditen und die Risikoprämien gestiegen und erscheinen wieder durchaus attraktiv", meint Jochen Korb, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). "Wer bereit ist, Liquidität aufzugeben, also die Anleihen nicht zwangsweise auf absehbare Zeit verkaufen muss, findet interessante Einstiegsmöglichkeiten", sagt auch Roman Gaiser, der bei der schweizerischen Fondsgesellschaft Pictet Asset Management das Team für die bonitätsschwächeren, dafür aber auch hochverzinslichen Unternehmensanleihen leitet.

Immerhin werfen selbst Junk-Bonds von Unternehmen, denen die Ratingagenturen die besten Bonitätsnoten im Bereich Doppel-B geben, inzwischen im Schnitt wieder knapp acht Prozentpunkte mehr Rendite ab als Bundesanleihen. Die Risikoprämie hat sich damit seit Jahresanfang verdoppelt. Bei den ganz schwachen mit Ratings von "CCC" und schlechter sind es sogar mehr als 24 Prozentpunkte. "Man muss aber nicht die größten Risiken eingehen, um attraktive Renditen zu bekommen, angesichts der konjunkturellen Unsicherheit sind Investoren mit Anleihen von Unternehmen, die vergleichsweise gut dastehen besser aufgehoben", meint Gaiser.

Andere institutionelle Investoren scheinen das auch so zu sehen, denn mit dem Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) und dem Baustoffkonzern Heidelberg Cement konnten zuletzt nur die unter den schwachen Schuldnern als relativ solide angesehenen Unternehmen den Investoren neue Zinspapiere verkaufen. "Dass es sich dabei um Dax-Konzerne aus Deutschland handelt, ist bezeichnend", meint Korb von der LBBW. Schließlich mache die Entwicklung der schwachen Euro-Randländer allen Investoren Sorgen, von daher seien nicht nur deutsche Staatsanleihen, sondern auch Anleihen deutscher Unternehmen als vergleichsweise sichere Anlagen gesucht.

Nach den beiden Dax-Konzernen begab auch der französische Autokonzern Peugeot eine Anleihe. Peugeot wird nur von der Ratingagenturen Moody's als Schuldner mit einem Rating im Non-Investment-Grade für schwächere Schuldner eingestuft. S&P und Fitch sehen Peugeot positiver.

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