Kapitalmarktzinsen historisch aber noch sehr niedrig
Volkswirte revidieren Prognosen für zehnjährige Bund-Rendite kräftig nach unten

Die Kurse an den Anleihemärkten sind gestern kräftig unter Druck geraten. Der Terminkontrakt Bund-Future, Barometer für die Stimmung an den Bondmärkten der Euro-Zone, brach zwischenzeitlich um 0,69 Prozentpunkte ein. So viel hat er seit knapp drei Wochen nicht an einem Tag verloren.

HB FRANKFURT/M. Als Auslöser galt ein Bericht des Informationdienstes Market News, wonach Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Leitzinssenkung bei ihrer Sitzung am Donnerstag ausschlossen. Offiziell gehen die meisten Beobachter zwar schon lange davon aus, dass die EZB die Leitzinsen konstant halten wird. Im Markt hatten aber Gerüchte über eine Zinssenkung die sich gegenläufig zu den Kursen entwickelnden Anleiherenditen weiter nach unten gedrückt.

Verstärkt wurde die Gegenbewegung vom Dienstag Händlern zufolge dadurch, dass der Bund-Future wichtige technische Unterstützungsmarken brach. Der Terminkontrakt ging mit einem Minus von 0,42 Prozentpunkten aus dem Handel und notierte bei 122,73 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg deutlich auf 3,21 Prozent. In den USA kletterte die Nominalverzinsung zehnjähriger Staatsanleihen im New Yorker Geschäft auf 4,11 Prozent.

Analysten halten eine kleinere Korrektur am europäischen Bondmarkt jetzt für möglich. Diese könnte am Mittwoch durch einen besser als erwarteten ISM-Index des Dienstleistungsgewerbes verstärkt werden. Am Freitag steht dann als wichtigstes Konjunkturdatum des Monats der US-Arbeitsmarktbericht an, bei dem Volkswirte ebenfalls eine Verbesserung prognostizieren. Kritisch wird es nach Meinung der WGZ-Bank, wenn der Bund-Future unter 122,46 Prozent schließt. Dann könne der Terminkontrakt bis auf 121 Prozent fallen. Damit läge er aber immer noch deutlich über seinem Stand vom Jahresanfang.

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