Kehrtwende in Fed-Politik erwartet
Bondmarkt-Renditen klettern

Am Wochenende rangen die EU-Finanzminister um neue Regeln zur Bankenauflösung – ohne Ergebnis. Das hat auch die Bundesanleihen am Montag nicht unberührt gelassen.
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Deutsche Bundesanleihen haben am Montag weitere Kursverluste verzeichnet. Auch an den anderen europäischen Staatsanleihemärkten und bei den US-Treasuries fielen die Kurse teils kräftig. Die Aussicht, dass die US- Notenbank in diesem Jahr beginnen wird, ihre Anleihekäufe zurückzufahren, dämpfte die Nachfrage nach Festverzinslichen. Hinzu kam, dass die EU-Finanzminister am Wochenende noch keine Einigung über die Regeln zur Bankenauflösung gefunden haben. Sie werden sich nun noch einmal am 26. Juni zusammensetzen, einen Tag vor dem nächsten EU-Gipfel in Brüssel.

Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentierten zuletzt bei 1,82 Prozent zehn Basispunkte höher. Der Terminkontrakt Bund-Future sank um 116 Basispunkte auf 140,24 Prozent.

„Der Markt bleibt ängstlich, dass die Ausstiegs-Politik der Fed für die Bonds eine schmerzhafte Angelegenheit werden wird”, sagte Rainer Guntermann, Zinsstratege bei der Commerzbank AG in Frankfurt. „Es gibt kaum Anzeichen für eine Stabilisierung und der Markt ist verwundbar.”

Konjunkturdaten aus Deutschland zeigten eine Verbesserung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni den zweiten Monat in Folge gestiegen, ein Signal, dass die Konjunkturerholung an Schwung gewinnt. Der Wert stieg von 105,7 auf 105,9.

Bei den zehnjährigen Italien-Bonds stieg die Rendite um zuletzt 16 Basispunkte auf 4,78 Prozent. Spanische Staatspapiere mit zehnjähriger Laufzeit rentierten erstmals seit dem 2. April wieder über der Marke von fünf Prozent. Zuletzt lag die Rendite 12 Basispunkte höher bei 5,05 Prozent. Bei den zehnjährigen portugiesischen Anleihen kletterte die Rendite um 29 Basispunkte auf 6,62 Prozent.

Am Primärmarkt hat Belgien Anleihen im Volumen von 2,71 Mrd. Euro mit Fälligkeiten von 2018 bis 2026 untergebracht. Das angestrebte Maximalvolumen lag bei 2,8 Mrd. Euro. Die Durchschnittsrendite der zehnjährigen Papiere lag bei 2,762 Prozent im Vergleich zu 2,143 Prozent bei der letzten Auktion am 28. Mai. Zehnjährigen Belgien Bonds rentierten am Sekundärmarkt am Nachmittag bei 2,85 Prozent 23 Basispunkte höher.

Am Markt für US-Staatsanleihen sind die Kurse gesunken, die Renditen haben inzwischen ein Niveau erreicht wie zuletzt 2011. Die in dieser Woche anstehenden US-Konjunkturdaten, dürften die Pläne der US-Notenbank, ihre Bondankäufe zu verringern, stützen. Zehnjährige Treasuries rentierten zuletzt bei 2,62 Prozent neun Basispunkte höher. „Die Renditen der Treasuries sind auf einem ansteigenden Weg”, sagte Hitoshi Asaoka, Leitender Stratege bei Mizuho Trust & Banking Co. in Tokio. “Die Volatilität wird bis auf weiteres hoch bleiben, weil wir uns an einem Wendepunkt der US-amerikanische Geldpolitik befinden”, ergänzte er.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Regeln für Bankenauflösungen sollten schnell gefunden werden bei den steigenden Zinsen. Viele Institute haben nicht die goldene Bankregel beachtet und werden langfristig günstig herausgegebene Darlehen nur noch verlustreich teurer refinanzieren können. Kann man auch in den Jahresabschlüssen unter den Anghaben zu § 333 SolvV nachlesen. Die Savings and Loan Crisis vor 30 Jahren läßt grüßen...

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