Kein Emissionsende absehbar
Firmen bieten hohe Prämien für neue Bonds

Immer mehr Unternehmen abseits der Finanzbranche drängen an den Markt für neue Euro-Anleihen. Allein in der vergangenen Woche haben sechs weitere Unternehmen den Markt mit richtungsweisenden Benchmark-Bonds im Volumen von insgesamt 8,5 Mrd. Euro angezapft. Die Emissionen waren zwar allesamt überzeichnet, dafür boten die Unternehmen aber hohe Renditen.

FRANKFURT. Zu den neuen Unternehmen am Markt für Benchmark-Bonds gehören Eon, der Tabakkonzern Philip Morris, der Stromnetzbetreiber RTE - EDF-Transport, der Autokonzern Daimler, der Ölkonzern Schlumberger und GE Capital - die Finanzierungstochter des Mischkonzerns General Electric.

Die neuen Bonds kamen mit einem Kupon zwischen fünf und 6,125 Prozent auf den Markt und wurden meist mit Abschlägen von rund 0,3 Prozentpunkte zum Nennwert platziert. Nach dem Ende der Sommerpause sei der Markt für neue Unternehmensanleihen wieder offen, schrieben die Strategen von Unicredit. Allerdings müssten die Firmen einen viel höheren Preis zahlen als sie vermutlich noch vor wenigen Monaten gehofft hatten.

So begaben die Unternehmen ihre neuen Bonds allesamt mit ordentlichen Aufschlägen zu im Handel ausstehenden Papieren. Das belastete auch die Papiere im Sekundärmarkt. Investoren verkauften die ausstehenden Bonds, um Platz für die attraktiveren, neuen Papiere zu machen. Das ließ deren Kurse fallen und ihre Renditen steigen.

Ein Ende der Emissionen - und damit auch der Belastungen für den Handel - ist noch nicht abzusehen. So werben derzeit noch der Handyhersteller Nokia, die britische Supermarktkette Tesco, der deutsche Handelskonzern Metro, der Tabakkonzern Imperial Tobacco und der Chemiekonzern Akzo Nobel auf Roadshows um Investoren für geplante Bonds.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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