Keine großen Veränderungen beim kurzfristigen Geldmarktzins erwartet
Bonität ist am Rentenmarkt derzeit wichtiger als Zins

Aufmerksam verfolgen Rentenanleger die Politik der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank.

Aktuelle Einflüsse auf deren Verhalten wie Staatsverschuldung, Wirtschaftswachstum und Stagflationstendenzen werden diskutiert. Für die Anleger ergibt sich Handlungsbedarf. Die Frage nach Laufzeit und Qualität – also der Bonität – steht im Vordergrund. Wie soll sich der Renteninvestor positionieren?

Anleger in Rentenpapieren sollten derzeit eher kürzere Laufzeiten halten und beachten, dass beim aktuellen Zinszyklus Bonitätsveränderungen höhere Kurswertveränderungen bewirken als Zinsveränderungen. Ohnehin dürfte der kurzfristige Geldmarktzins in Europa 2005 relativ unverändert bleiben.

Für einen relativ konstanten kurzfristigen Geldmarktzins spricht das Umfeld in den USA und im Euroraum. Auf den ersten Blick präsentiert sich das Wirtschaftswachstum in den USA zwar als „gesund“. Dieser Eindruck wird durch die Aussagen der US-Notenbank verstärkt. Und mit rund 3,5 Prozent Wachstum in 2004 zeigen die USA ein Bild, von dem europäische Industrienationen zurzeit nur träumen können.

Aber wo Licht ist, da ist auch Schatten. Die Netto-Neuverschuldung der USA belief sich 2004 auf rund 420 Mrd. US-Dollar und wird die Wirtschaft auch in diesem Jahr belasten. Zurzeit finanzieren mit rund 564 Mrd. Dollar ausländische Investoren und Regierungen über den Kauf von US-Staatsanleihen rund 43 Prozent des Leistungsbilanzdefizits. Verringert sich der Strom ausländischen Kapitals, muss verstärkt auf inländische Guthaben zurückgegriffen werden.

In Europa hat sich der Trend der Verlagerung der industriellen Basis aus den Kernländern der EU beschleunigt. Die Hoffnung, dass sich diese Entwicklung erst langfristig bemerkbar machen würde, ist ein Trugschluss. Mit der Euro-Einführung erlebten oder empfanden viele Bürger, dass sich die Lebenshaltungskosten nahezu verdoppelt haben – auch wenn die offizielle Statistik das nicht widerspiegelt. Vor diesem Hintergrund tragen die Belastungen durch indirekte Steuern dazu bei, den Inflationsprozess zu initiieren oder zu beschleunigen.

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