Keine Staatshilfe
Regierung drängt Dubai World zu Anteilsverkäufen

Das Emirat Dubai hat erneut betont, dass es seiner kriselnden Investmentgesellschaft Dubai World nicht mit Staatsgeld aus der Misere helfen wird. Das Unternehmen muss nun versuchen, mit dem Verkauf eigener Beteiligungen Geld in die Kassen zu spülen. Die Anleger in Dubai sind skeptisch und stoßen weiter Aktien ab.
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HB DUBAI. Das hoch verschuldete Emirat Dubai kommt nicht zur Ruhe. Kurz vor Gesprächen über eine Umschuldung der Verbindlichkeiten der staatlichen Firma Dubai World signalisierte die Regierung erneut, dass sie dem Staatskonzern nicht mit Geld aus dem öffentlichen Säckel beispringen wird. Das Unternehmen werde versuchen, durch den Verkauf von ausländischen Vermögenswerten an Geld zu kommen, sagte Abdulrahman al-Saleh, Finanzchef des Emirats. Dies betreffe aber Anteile von Dubai World, nicht der Regierung. Der Aktienmarkt in Dubai brach daraufhin ein.

"Das Unternehmen hält ausländische Beteiligungen und hat in Immobilien im Ausland investiert. Es gibt nichts, was einen Verkauf dieser Vermögenswerte verhindern könnte", sagte der oberste Vermögensverwalter des arabischen Landes dem TV-Sender Al-Dschasira. Dubai World hatte seine Gläubiger am 25. November für einen Teil seiner Schulden um Zahlungsaufschub gebeten und damit die Finanzmärkte weltweit belastet. Viele Anleger fürchteten den Ausfall eines Großteils der Schulden des einstigen Boom-Emirats von insgesamt geschätzten 80 Mrd. Dollar.

Vertreter von Dubai World wollten sich frühenstens am Montag mit den wichtigsten Gläubigern des Konzerns treffen, wie aus Bankenkreisen verlautete. Darunter sind nach Angaben aus Kreisen der Abu Dhabi Bank Standard Chartered, HSBC, Lloyds und die Royal Bank of Scotland. Die Deutsche Bank kündigte an, sie sei bei Dubai World nicht engagiert. Man rechne auch nicht mit Auswirkungen der momentanen Krise auf den regionalen Bankensektor, sagte Henry Azzam, Chef in der Region Nahost. Auch große Banken in Katar erklärten, sie seien nicht betroffen. Das Königreich Bahrain ist nach eigenen Angaben wie Oman und Saudi-Arabien in geringem Ausmaß involviert.

Am Aktienmarkt in Dubai setzte sich die Verkaufswelle fort. Der Leitindex der Börse gab fast sechs Prozent ab und schloss auf dem niedrigsten Stand seit Ende Juli. Ausländische Investoren würden auf breiter Front verkaufen, sagten Marktteilnehmer. "Der Dubaier Markt hat nicht gut auf die Aussagen der Regierung reagiert, die erneut Zweifel ausgelöst haben", sagte Ajman al-Saheb, von Darahem Financial Brokerage. Auch in Abu Dhabi sank der Hauptindex und schloss 1,73 Prozent schwächer.

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