Keine Zinswende
Bill Gross wettet weiter auf Niedrigzinsen

Ein Mann lässt nicht locker: Auch wenn Bill Gross zuletzt kräftig daneben lag, bleibt er bei seiner Strategie. Er rechnet nicht mit einer schnellen Zinswende – und glaubt, den Grund dafür gefunden zu haben.
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New YorkDer Investor Bill Gross von Pimco rechnet nicht mit einer schnellen Zinswende. Die Federal Reserve werde den Leitzins bis mindestens 2016 nahe null halten, erklärte der Manager des weltgrößten Anleihefonds in seinem monatlichen Investmentausblick. Er rät Anlegern, sich auf Anleihen mit kürzeren Laufzeiten konzentrieren.

Der Markt fokussiere sich auf die Arbeitslosenquote, dabei sei doch die Jahresteuerung der persönlichen Konsumausgaben „die entscheidende monatliche Statistik für eine Analyse der Fed-Zinspolitik in 2014“, schrieb Gross. „Die Anleihekurse - insbesondere am kürzeren Ende der Renditekurve, etwa ein bis fünf Jahre - hängen im entscheidenden Maße von dem künftigen Niveau der Fed Funds ab, nicht von dem gleitenden Pfad der praktisch vorbestellten Rücknahme der Fed- Anleihekäufe.“

Das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung hatte gezeigt, dass einige Fed-Mitglieder von schwindenden Effekten durch das monatliche Anleihekaufprogramm ausgehen, welches um zehn Milliarden Dollar auf nun 75 Milliarden Dollar reduziert wurde. Den Leitzins hatte die Fed im Dezember 2008 nahe null gesenkt und will ihn dort belassen, solange die Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent liegt und der Inflationsausblick nicht 2,5 Prozent übersteigt.

Fed-Chef Ben Bernanke, seine Nachfolgerin Janet Yellen und „ihre heitere Truppe von Fed-Governors und regionalen Präsidenten haben uns gesagt“, dass die Inflationsrate für die Fed-Politik von entscheidender Bedeutung ist, so Gross. „Keine Leitzinserhöhung, bevor nicht die Schwellen sowohl bei der Arbeitslosigkeit als auch der Inflation durchbrochen werden, und selbst dann 'sind es keine Schwellenwerte'“, hieß es weiter.

Es seien noch „Meilen“ bis man damit anfangen müsse, sich über Leitzinserhöhungen Sorgen zu machen, erklärte Gross.

Im vergangenen Jahr lag Gross mit kurzlaufenden Anleihen daneben. Die Ankündigung von Bernanke, Chef der US-Notenbank, das sogenannte Quantitative Easing (QE), also die ständige Ausweitung der Geldmenge, zurückzufahren, ließ die Kurse von Anleihen abrutschen, umgekehrt stiegen die Renditen von zehnjährigen US-Staatsanleihen von rund 1,7 Prozent auf mehr als drei Prozent. Die Notenbanker machten schließlich im Dezember ernst und beschlossen eine Verringerung der monatlichen Ankäufe von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren.

Der Pimco Total Return Fund von Bill Gross verlor knapp zwei Prozent. Die Kunden zogen reihenweise Geld ab: 41,1 Milliarden Dollar im gesamten Jahr. Aktuell kommt der Fonds auf Vermögenswerte von 237 Milliarden Dollar.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Keine Zinswende: Bill Gross wettet weiter auf Niedrigzinsen"

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  • Sollten allerdings die Inflationserwartungen steigen und private Anleger keine Anleihen zu niedrigen Zinsen mehr kaufen wollen, muessten die Zentralbanken, um niedrige Zinsen halten zu koennen, das Ankaufen von Anleihen wieder ausweiten.

    Dieses Szenario erscheint mir wahrscheinlich. Das waere fuer Aktien eigentlich gut. Man muss aber mit ergaenzenden Massnahmen rechnen, die die maroden Staatsfinanzen in aller Welt unterstuetzen, z.B. mit Steuererhoehungen und Massnahmen mit konfiskativem Charakter. Auch damit rechne ich und das ist fuer Aktien bestimmt nicht gut.

  • Die Niedrigzinsphase ist neuer stabiler Dauerzustand.Den herbeigesehnten Crash an den Aktienmaerkten wird es nicht geben, weil die Welt technologisch einen gewaltigen Sprung nach vorne macht, selbstfahrende Autos, private
    Orbitalraumfluege,neue Fertigungsverfahren, synthetische Biologie... .

  • "Er rechnet nicht mit einer schnellen Zinswende -..."

    Nach den Ankündigungen von EZB und FED ist das auch unglaublich schwierig zu erraten... :-DD

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