Kernkapital wird gestärkt: Commerzbank erwartet zwei Milliarden aus Hybrid-Kapital

Kernkapital wird gestärkt
Commerzbank erwartet zwei Milliarden aus Hybrid-Kapital

Die Commerzbank will in den nächsten Wochen rund zwei Milliarden Euro Hybrid-Kapital bei internationalen Investoren platzieren. Das Institut schafft sich damit weiteren Spielraum für zumindest kleinere Zukäufe.

HB FRANKFURT. „Das Gesamtvolumen wird bei etwa zwei Milliarden liegen“, sagte die Chef-Strategin der zweitgrößten börsennotierten Bank Deutschlands, Renate Krümmer, am Montag in Frankfurt. Die Bank werde ab sofort bei möglichen Anlegern im In- und Ausland eine Woche lang für die Platzierung werben. Die Details der Emission würden danach festgelegt. Abgeschlossen werde die Transaktion wohl Ende März oder Anfang April. Voraussichtlich werde die Bank nach zehn Jahren die Pakete zurückkaufen, weil sich danach die Verzinsung noch einmal deutlich erhöhe.

Hybrid-Kapital ist nachrangiges und besonders langfristiges Fremdkapital, das von Aufsichtsbehörden und Rating-Agenturen bei der Beurteilung von Bilanzrisiken bis zu einer bestimmten Höhe als Eigenkapital angesehen wird. Die Commerzbank ist eine der wenigen Großbanken in Europa, die noch kein Hybrid-Kapital hat. Sie will mit dem Geld unter anderem die 4,5 Milliarden Euro teure Übernahme der Eurohypo - Deutschlands größter Hypothekenbank - finanzieren.

Aber auch die Kernkapitalquote soll mit der Emission gestärkt werden. Wie geplant soll diese für Investoren wichtige Kennziffer, die Rückschlüsse auf die Finanzkraft von Banken zulässt, Ende März bei über 6,3 Prozent liegen. Damit hätte die Bank auch nach der Eurohypo-Akquisition einen Puffer, um weitere Zukäufe stemmen zu können. Das Institut wirbt unter anderem für die zum Verkauf stehende Berliner Bank und steht eigenen Angaben zufolge im Ausland vor einem kleineren Zukauf. Im Falle einer erfolgreichen Platzierung könne die Aufnahme von Hybrid-Kapital ein regelmäßiges Instrument werden, ergänzte Krümmer.

Die Rating-Agentur Fitch stufte ihre Bonitätsnote für die Commerzbank unterdessen um eine Stufe auf „A“ hoch - bei einem stabilen Ausblick. Die Note steht für eine gute Bonität. Fitch verwies zur Begründung auf die verbesserte Profitabilität. Die Commerzbank hatte im vergangenen Jahr ihr zweitbestes Ergebnis der Firmengeschichte eingefahren und nach Jahren mit großen Problemen und teilweise hohen Verlusten wieder eine auskömmliche Rendite erzielt. Nun will Bankchef Klaus-Peter Müller den Abstand zu den großen europäischen Rivalen verringern und das Geldhaus, nicht zuletzt durch Akquisitionen, noch rentabler machen. Angepeilt wird innerhalb von fünf Jahren eine Rendite von 15 Prozent nach Steuern, zuletzt waren es inklusive hoher Erlöse aus Beteiligungsverkäufen 12,4 Prozent.

An der Börse legten Commerzbank-Aktien am Montag nur geringfügig auf 31,52 Euro zu. Anfang 2005 kosteten die Anteilsscheine aber noch weniger als die Hälfte.

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