Konjunkturdaten aus der Eurozone und den USA sorgen für Kursrückgänge und steigende Renditen
Inflationsängste belasten die Anleihemärkte

Positiv ausgefallene Konjunkturdaten in Europa und den USA haben gestern die europäischen Zinsterminmärkte belastet. Der Bund-Future sank bis zum Abend um 29 Basispunkte auf 122,24 Prozent. Am Morgen war der Einkaufsmanager-Index für September in der europäischen Industrie unerwartet stark auf 51,7 von 50,4 Punkten im August gestiegen.

FRANKFURT/M. Damit hat er den höchsten Stand seit sieben Monaten erreicht. Die Daten sorgten für wachsende Inflationsängste und Befürchtungen, die Europäische Zentralbank (EZB) könne schneller als erwartet ihre Leitzinsen erhöhen. Im Handel hieß es, die Anleger rechneten jetzt fest bis Mitte kommenden Jahres mit einer Zinserhöhung.

Auch die US-Anleihemärkte tendierten gestern nachgebend. Auslöser war der Index der amerikanischen Einkaufsmanager, der im September unerwartet stark gestiegen war. Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet. Der Index erreichte jedoch 59,4 Prozent, was auf eine starke Expansion der US-Wirtschaft deutet. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Staatsanleihe stieg daraufhin und lag am späten Abend bei 4,39 Prozent.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet dämpfte allerdings Spekulationen auf höhere Zinsen im Euro-Raum. In einer Rede vor der dänischen Zentralbank sagte er gestern, das Wachstum in der Euro-Zone sei nicht zufrieden stellend. Die EZB wird am kommenden Donnerstag über die Geldpolitik beraten, Volkswirte sehen den Leitzins unverändert bei zwei Prozent. Die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt erwarten in der EZB-Pressekonferenz aber verschärfte Warnungen vor den Auswirkungen der hohen Energiepreise auf die Teuerungsraten.

Neben dem Bund-Future gaben auch die Kurse der zehnjährigen Bundesanleihe nach. Die Rendite kletterte im Gegenzug auf 3,18 Prozent nach 3,14 Prozent am vergangenen Freitag. Die Umlaufrendite lag bei unverändert 2,99 Prozent, da sie wegen des Feiertags nicht berechnet wurde.

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