Konjunkturskepsis treibt Bund-Future auf Allzeithoch
Run auf Staatsanleihen

An den europäischen und amerikanischen Kreditmärkten ist am Dienstag ein regelrechter Run auf Staatsanleihen ausgebrochen. Die wachsende Skepsis über die weltweite Konjunkturentwicklung hat dabei den Bund-Future auf ein Allzeithoch gerieben.

HB FRANKFURT. Der für die europäischen Rentenmärkte richtungweisende Bund-Future stieg zeitweise um 61 Ticks auf 122,35 Punkte. In New York zogen die Staatsanleihen ebenfalls stark an, so dass die Rendite im zehnjährigen Bereich wieder in die Nähe der psychologisch wichtigen Marke von vier Prozent rutschte.

Die US-Konjunkturdaten fielen auf den ersten Blick widersprüchlich aus. So ging der Chicagoer Index der Einkaufsmanagerindex auf 54,1 (Vormonat: 65,6) Punkte im April zurück. Befragte Volkswirte hatten nur einen Rückgang auf 62,0 Punkte erwartet. Dagegen stieg der vom Forschungsinstitut Conference Board ermittelte Index zum Verbrauchervertrauen auf 102,2 (97,5) Punkte. Analysten hatten dagegen mit einem leichten Rückgang auf 96,5 Punkte gerechnet.

Volkswirt Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank vermutet, dass die US-Verbraucher sich in ihrer Stimmung von steigenden Aktien- und Rentenkursen leiten lassen. „Die Verbraucher sind etwas oberflächlicher als die Manager, die sich die Ökonomie anschauen“, spielte Hellmeyer auf den Einkaufsmanagerindex aus Chicago an. Die Märkte schauten offenbar mehr auf den Chicagoer Index.

Auch die europäischen Konjunkturdaten hatten die Investoren eher enttäuscht. Der Index zum Verbrauchervertrauen in Frankreich war schwächer als erwartet ausgefallen. Auch die deutschen Arbeitsmarktdaten signalisierten keine konjunkturelle Belebung in Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Euro-Zone. Außerdem scheine sich die Einschätzung durchzusetzen, dass das Nein der Franzosen zur EU-Verfassung schlecht für die Durchsetzung struktureller Reformen sei. „Der Reformstau in der Euro-Zone behindert das Wachstum“, sagte ein Händler. Wegen der schwachen Konjunkturdaten rechnet inzwischen kaum noch jemand für dieses Jahr mit einer Zinserhöhung in der Euro-Zone.

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