Konsortialbanken beginnen mit dem Verkauf
Bund stockt Inflations-Bond auf

Die Bundesrepublik Deutschland wird in dieser Woche das Volumen ihrer inflationsindexierten Anleihe aufstocken. Der Bund hatte im März erstmals eine Anleihe begeben, bei der Zinsen und Rückzahlungskurs an die Verbraucherpreise angepasst werden. Die Anleihe hat eine Laufzeit von zehn Jahren und ein Volumen von bislang 5,5 Mrd. Euro, von denen der Bund 500 Mill. Euro zur Marktpflege einbehalten hat.

p>cü FRANKFURT. Diese Anleihe wird jetzt um 3,5 Mrd. Euro aufgestockt, von denen die für die Refinanzierung des Bundes zuständige Finanzagentur wiederum 500 Mill. Euro zurückhalten wird. Banker rechnen damit, dass die Emission gut ankommt. Schon bei der Platzierung der Anleihe im März gab es Kaufaufträge über mehr als acht Mrd. Euro. Die Aufstockung betreuen Deutsche Bank, JP Morgan, Morgan Stanley und Société Générale als Konsortialführer. Die Deutsche Bank war schon einer der Federführer bei der Erstemission. Die Banken öffnen die Bücher für die Aufstockung heute.

Seit der Platzierung hat sich die Anleihe – wie auch herkömmliche Staatsbonds – nur mäßig entwickelt, ist dadurch aber günstiger geworden. Bis Ende Juni sackte der Kurs bis unter 96 Prozent ab. Seitdem hat er sich wieder etwas erholt, liegt aber immer noch unter dem Ausgabekurs (siehe „Auf Berg- und Talfahrt“). Die Anleihe hat einen Zinsschein von nur 1,5 Prozent, dafür erhöht sich der Kupon in Einklang mit der harmonisierten Verbraucherpreisrate des Euro-Raums (ohne Tabakwaren). Diese Rate liegt derzeit bei 2,4 Prozent.

„Die Anleihe ist für langfristig orientierte Investoren attraktiv“, sagt Gregor Beckmann, Rentenanalyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die Attraktivität von inflationsindexierten Anleihen – auch Linker genannt – bemisst sich an der so genannten Break-Even-Rendite. Sie misst den Renditeabstand zwischen zum Beispiel dem Inflationsbond und der herkömmlichen zehnjährigen Bundesanleihe und liegt bei 2,1 Prozentpunkten.

Die Break-Even-Rendite gibt an, welche Inflation der Markt in den kommenden zehn Jahren erwartet. Für Anleger lohnt sich der Kauf der Linker, wenn die Teuerungsrate über die gesamte Laufzeit stärker steigt als es sich in der Break-Even-Rendite ausdrückt. „Die Inflation dürfte angesichts des noch relativ guten Konjunkturumfelds auch noch für längere Zeit über der Markterwartung liegen“, meint Beckmann.

Anleihen mit Inflationsschutz gibt es seit 1981; Vorreiter war Großbritannien. Inzwischen sind ein Viertel der britischen Staatsanleihen an die Inflationsrate gekoppelt, in Frankreich, das seit 1998 Linker begibt, sind es elf Prozent. Weltweit stehen nach Schätzungen von HSBC Trinkaus & Burkhard Inflationsanleihen über umgerechnet 725 Mrd. Euro aus.

Deutschland will langfristig fünf Prozent der Staatsschuld als Linker begeben. Dass die zehnjährige inflationsgebundene Anleihe innerhalb von zwei Jahren auf 15 Mrd. Euro aufgestockt wird, hatte der Bund im März angekündigt.

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