Kreditausfallversicherung
Bundesbank sieht keine Risiken durch Griechenland-Pleite

Der Schuldenschnitt für Griechenland sollte „freiwillig“ über die Bühne gehen. Doch er wird zur zwangsweisen Enteignung. Genau das wollte die Politik vermeiden. Trotzdem bleibt die befürchtete Kettenreaktion bislang aus.
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DüsseldorfDer Schuldenschnitt für Griechenland ist nichts anderes als eine Staatspleite. Das ist spätestens seit diesem Wochenende endgültig klar. Zwar hat die Politik alles daran gesetzt, den Schuldenschnitt nicht wie eine Pleite aussehen zu lassen – er sollte „freiwillig“ über die Bühne gehen. Doch nun wird Griechenland die letzten widerspenstigen Gläubiger zwangsweise enteignen.

Dem Derivateverband International Swaps and Derivatives Association (ISDA) bleibt deshalb nicht anderes übrig, als die Umschuldung als „Kreditereignis“ zu werten, was einen formalen Zahlungsausfall bedeutet. Dies führt wiederum dazu, dass Kreditausfallversicherungen – Credit Default Swaps (CDS) – fällig werden.

Das wollten die Euro-Retter unbedingt vermeiden. Immer wieder warnten sie vor den Folgen, sollten die CDS in großem Stil ausgelöst werden. Dann sei ein Flächenbrand zu befürchten, hieß es - übrigens nicht nur von Seiten der Politik, sondern auch aus der Branche selbst.

Die Kettenreaktion, ausgelöst durch Kreditausfallversicherungen, bleibt bislang aus; wobei es für ein abschließendes Urteil noch zu früh ist. „Die zum Wochenausklang freundlichen Marktreaktionen werte ich als ermutigendes Zeichen“, sagte Bundesbank-Vorstand, Andreas Dombret. Er kann dem Zahlungsausfall sogar etwas Positives abgewinnen: „Dass CDS-Kontrakte ausgelöst werden, hat aus Sicht der Finanzstabilität auch positive Aspekte.“ Die Bankenaufsicht habe nämlich durchaus ein Interesse daran, dass Institute ihre riskanten Bestände absicherten.

Mit Investitionen in CDS können sich Banken oder Hedge-Fonds gegen den Ausfall von Anleihen absichern. Allerdings kaufen viele Investoren diese Finanzinstrumente nicht, um sich abzusichern. Meistens halten sie nicht einmal die zugrunde liegenden Anleihen oder Kredite.

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  • Keine Risiken, das kann man nach 2 Tagen sagen? Auch so ein Sinnbild der HB Qualität: "...Der Chef der Bundesbank, Andreas Dombret..." Die letzten 2 Jahre Finanzkrise haben eine nicht mehr zählbare Anzahl an unsinnigen Artikeln beim Handelsblatt produziert, Respekt.

  • Wollen wir alle hoffen, dass das HB recht hat.
    Ich bin da noch etwas skeptisch. Bei Lehman hat es auch zwei Wochen gedauert bis der Absturz kam. Für Jubelarien ist es noch etwas früh....

  • Hahaha, dann können wir ja weitermachen wie bisher. :-) Wie kann man an GTag 1 nach der Griecheland Pleite sowas schreiben. Noch kein Mensch in den Banken hat ne Ahnung wer was wo wann bekommen soll. War bei Lehman ja auch so. Schön verpackt in Strukturierte Produkte und kreuz und quer mit geringerem Risiko weiterverkauft... Warten wir mal 2 Wochen ab und dann kann man schreiben "Griechenland-Pleite löst keine Kettenreaktion aus"

    Die die jetzt freiwillig auf 70% verzichtet haben bekommen jetzt nichts von den Versicherungen ? Nie im Leben. Die haben sicher alle Klauseln mit an Griechenland ins Finanzministerium geschickt, wenn die Insolvenz festgestellt wird und die Versicherungen fällig werden - gilt der freiwillige Verzicht nicht mehr. Wird noch witzig.

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