Kreditausfallversicherungen CDS auf höchstem Stand seit zweieinhalb Jahren

Die Angst vor einer Pleitewelle in der europäischen Bankenbranche treibt die Kosten für Kreditausfallversicherungen, sogenannte Credit Default Swaps, in die Höhe.
Branchenprimus Deutsche Bank: Die CDS des Geldhauses stiegen am Montag auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 214.625 Euro. Quelle: AFP
Deutsche Bank

Branchenprimus Deutsche Bank: Die CDS des Geldhauses stiegen am Montag auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 214.625 Euro.

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FrankfurtRekordverluste und faule Kredite in mehrstelliger Milliardenhöhe nähren die Furcht vor einer Pleitewelle in der europäischen Bankenbranche. Dies trieb die Kosten für die sogenannten Credit Default Swaps (CDS) für den Finanzsektor am Montag auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren.

Die Absicherung eines zehn Millionen Euro schweren Pakets nachrangiger Verbindlichkeiten europäischer Banken gegen Zahlungsausfall verteuerte sich um 13 Prozent auf 299.450 Euro, teilte der Datenanbieter Markit mit. Das ist fast doppelt so viel wie zum Monatswechsel.

Die entscheidende Frage sei: Können Banken angesichts der nur langsam wachsenden Wirtschaft und der Mini-Zinsen genug Geld verdienen, um Anleger anzulocken, sagte Finanzmarkt-Experte Erik Nielsen von der HVB-Mutter Unicredit. „Die ehrliche Antwort darauf ist: Wir wissen es nicht.“ Jeder Zweifel löse daher eine neue Verkaufswelle bei den Finanzwerten aus.

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Credit Default Swaps (CDS): Mit Kreditausfallversicherungen können Investoren Finanzprodukte gegen einen Zahlungsausfall absichern. CDS werden vor allem zum Absichern von Anleihen genutzt. Dazu wird eine Risikoprämie gezahlt, die die Rendite schmälert. Je höher die Risikoprämie ausfällt, desto höher wird die Ausfallwahrscheinlichkeit eingeschätzt.

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USA: Die Staatsverschuldung der USA wird häufig diskutiert. Die Schuldengrenze wird gerne nach oben korrigiert. Trotzdem haben Investoren viel Vertrauen in die größte Volkswirtschaft der Welt. Für eine Versicherung einer fünfjährigen Staatsanleihe der USA zahlen Investoren einen Risikoaufschlag von 0,134 Prozent Zinsen. Das ist ein Spitzenwert.

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Deutschland: Auch Deutschland kommt auf einen soliden Wert. Während in der Euro-Zone die Schuldenkrise grassiert, herrscht in Deutschland eitel Sonnenschein. Anleger müssen auf eine fünfjährige Bundesanleihe in Euro nur eine geringe Ausfallprämie zahlen. Die Zinsen belaufen sich auf 0,198 Prozent. Der Markt sieht auch Deutschland weit entfernt von einem Zahlungsausfall.

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Frankreich: Die Grande Nation steht wegen der hohen Staatsschulden unter Reformdruck. Der Markt bewertet die Situation allerdings nicht übermäßig schlecht. 0,489 Prozent Zinsen kostet eine Kreditausfallversicherung für eine fünfjährige Staatsanleihe.

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Japan: Das asiatische Land wurde 2014 von einer Rezession erfasst. Die Maßnahmen von Zentralbank und Regierung, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, brachten keine Verbesserung. In Japan gab es daraufhin sogar Neuwahlen. Die Risikoversicherung ist mit 0,74 Prozent auf eine fünfjährige Staatsanleihe dennoch vergleichsweise günstig.

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Spanien: Im Vergleich zu anderen Euro-Staaten, insbesondere Frankreich und Deutschland steckt Spanien tief in der Schuldenkrise. Immerhin 1,03 Prozent muss man für einen CDS auf eine fünfjährige Anleihe des südeuropäischen Landes zahlen. Es geht allerdings noch deutlich schlechter

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Italien: Ein CDS auf fünfjährige italienische Staatsanleihen ist mit 1,44 Prozent etwas teurer als für spanische Staatsanleihen. Dennoch wird die Wahrscheinlichkeit für eine Zahlungsunfähigkeit des Landes nicht übermäßig hoch eingeschätzt.

Die CDS der Deutschen Bank stiegen am Montag auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 214.625 Euro. Der deutsche Branchenprimus hatte Ende Januar mit einem Minus von fast sieben Milliarden Euro den größten Jahresverlust der Firmengeschichte bekanntgegeben. Seither fiel die Aktie von einem Tief aufs nächste. Am Montag war sie mit 14,51 Euro so billig wie zuletzt vor sieben Jahren.

Die Titel des Konkurrenten Credit Suisse fielen vergangene Woche sogar auf den tiefsten Stand seit mehr als 23 Jahren. Auch hier war ein Milliardenverlust Grund für die zusätzlichen Verkäufe.

Für die italienischen Banken sind die 200 Milliarden Euro schweren faulen Kredite der Hauptbelastungsfaktor. Die Regierung in Rom und die EU streiten seit Monaten um die Details einer sogenannten Bad Bank. Dort können Institute wie die Krisenbank Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS) diejenigen Kredite abladen, deren Rückzahlung als unwahrscheinlich gilt.

Der europäische Banken-Index fiel am Montag um bis zu 3,3 Prozent auf 141,59 Punkte und lag damit nur noch rund einen Zähler über seinem Dreieinhalb-Jahres-Tief der Vorwoche. Sein griechisches Pendant brach sogar um knapp 20 Prozent ein und markierte mit 25,22 Zählern ein Rekordtief.

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