Kreditderivate
Anleihe-Investoren zittern

Die Nervosität an den Kreditmärkten hat enorm zugenommen. Ablesen lässt sich das an den vielbeachteteten Indizes für Kreditderivate. Die Risikoprämien für Ausfallversicherungen auf Unternehmensbonds schnellen in die Höhe. Es wird erwartet, dass die Banken insgesamt 400 Mrd. Dollar im Zuge der Subprime-Krise abschreiben müssen.

FRANKFURT. "Die Risikoprämien spiegeln für Unternehmen mit guten Ratings jetzt langsam eine Rezession in den USA wider, dürften aber trotzdem noch weiter steigen", sagt Jim Reid, Kreditstratege bei der Deutschen Bank.

Mit Kreditderivaten wie Credit Default Swaps (CDS) handeln Investoren das Ausfallrisiko von Unternehmensanleihen. Um sich vor einem Zahlungsausfall zu schützen, zahlen sie eine Prämie. Diese wird als Risikoaufschlag im Vergleich zu den Swap-Sätzen gemessen, zu denen Banken feste in variable Zinszahlungen tauschen.

Die Risikoaufschläge (Spreads) sind gemessen am Index "i-Traxx Europe", der das Ausfallrisiko eines Portfolios von 125 europäischen Firmen mit guter Bonität abbildet, gestern auf bis zu 111 Basispunkte gestiegen. Das bedeutet, dass Investoren jedes Jahr 111 000 Euro zahlen müssen, um ein Indexportfolio im Wert von zehn Mill. Euro abzusichern. Seit Anfang des Jahres haben sich die Spreads mehr als verdoppelt. Im i-Traxx-Crossover für 50 Unternehmen mit schwacher Kreditwürdigkeit kletterten die Spreads gestern auf bis zu 578 Basispunkte. In diesem Jahr sind sie bereits um 239 Punkte gestiegen.

"Seit dem Ausbruch der Subprime-Krise im vergangenen Sommer befinden sich die Märkte in einer Negativ-Spirale, die sich zuletzt wieder schneller gedreht hat", erklärt Rolf Schäffer, Leiter der Kreditstrategie bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). So schreckten die teils über den bisherigen Prognosen von Banken liegenden Schätzungen der G7 über den Abschreibungsbedarf der Banken die Märkte auf. Die sieben führenden Industrienationen (G7) erwarten, dass die Banken insgesamt 400 Mrd. Dollar im Zuge der Subprime-Krise abschreiben müssen.

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