Krise in Europa
Euro sackt nach Italien-Auktion ab

Nach dem Euro-Gipfel hat die Politik schon die Rettung gefeiert. Jetzt schlägt die Schuldenkrise zurück. Italien muss für neue Anleihen so hohe Zinsen wie nie anbieten. Der Euro gibt innerhalb kurzer Zeit kräftig nach.
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Frankfurt, DüsseldorfEs sollte der Befreiungsschlag sein. Als die führenden Politiker Europas vor einer Woche einen Rettungsplan für den Euro präsentierten, wollten sie damit ein Zeichen setzen: Die Gemeinschaft lässt keinen hängen.
Die Botschaft schien zu wirken. An den Anleihemärkten beruhigte sich die Lage, der Euro konnte innerhalb weniger Tage deutlich zulegen. Doch spätestens seit heute sind die Sorgen wieder da.
Um neue Anleihen an den Mann zu bringen, musste Italien am Donnerstag erhebliche Zugeständnisse machen. Besonders auffällig war der Zinssprung bei der zehnjährigen Anleihe, die Italien um 2,7 Milliarden Euro aufstockte. Die durchschnittliche Rendite dafür lag bei 5,77 Prozent. So viel musste Italien für die Aufstockung oder Platzierung einer zehnjährigen Anleihe in den vergangenen elf Jahren nicht mehr zahlen.

Die Rendite der neuen dreijährigen Anleihe lag bei 4,8 Prozent und damit so hoch wie zuletzt vor drei Jahren. Daneben stockte Italien eine variabel verzinste Anleihe auf, deren Rendite mit 4,65 Prozent ebenfalls sehr hoch war. Laut Händlern ist es indes Schon als Erfolg zu werten, dass Italien den Markttest überhaupt bestanden hat, also genügend Geld am Anleihemarkt einsammeln konnte. Die Regierung in Rom hatte für die Auktionen ein Volumen von 5,5 Milliarden bis 8,5 Milliarden Euro angekündigt, und dieses Ziel erreicht. Auch die Nachfrage war ordentlich, alle drei Bondplatzierungen waren deutlich überzeichnet – allerdings zu einem hohen Preis.
Langfristig ist das kein tragfähiges Niveau bei den Renditen“, sagte Anleihenstratege Marc Ostwald von Monument Securities.

Die Kurse an der Mailänder Börse verdeutlichen die Nervosität der Anleger Der italienische Leitindex MIB-30 notierte zeitweise zwei Prozent im Minus. Auch der Dax weitete seine Verluste aus und notierte mit 7135 Punkten 1,6 Prozent schwächer.

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  • Die Irrelevanz der Politik

    "Im Grunde ist Politik nichts anderes als der Kampf zwischen den Zinsbeziehern, den Nutznießern des Geld- und Bodenmonopols, einerseits und den Werktätigen, die den Zins bezahlen müssen, andererseits."

    Otto Valentin ("Warum alle bisherige Politik versagen musste", 1949)

    Solange unsere fehlerhafte Geld- und Bodenordnung, die aufgrund einer Programmierung des kollektiv Unbewussten (Religion) gänzlich unreflektiert aus der Antike übernommen wurde, so ist wie sie ist, gibt es keine "politische Lösung" für die daraus resultierende systemische Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz; ist diese "Mutter aller Zivilisationsprobleme" durch eine konstruktive Geldumlaufsicherung in Verbindung mit einem allgemeinen Bodennutzungsrecht (Natürliche Wirtschaftsordnung) restlos beseitigt, wird nicht nur die Politik obsolet, sondern auch die Religion:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

    Wie naiv ist es also, von "Spitzenpolitikern", die gar nichts von Makroökonomie verstehen und auch nichts verstehen dürfen, um ihre "gesellschaftliche Position" in "dieser Welt" (zivilisatorisches Mittelalter) überhaupt ertragen zu können, zu erwarten, sie könnten die "Finanzkrise" beenden. Tatsächlich wird die "Finanzkrise" (korrekt: globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon) die "hohe Politik" beenden:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/der-bevorstehende-crash.html

  • die bid-to-cover-ratio war wegen des super-rendite-schnäppchens so hoch. logisch, oder???

  • Alles Schwachsinn. Vor dem Euro mussten diese Staaten wie Italien oder Spanien über 10% Zinsen zahlen. Heute bekommen sie schon für den halben Zinssatz Geld. Das ist ja das Problem. Die Zinsen sind viel zu niedrig.

    Bevor Italien kollabiert, kommen erst die USA an die Reihe.

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