Krisenfolgen
Moody's erwägt Herabstufung der AAA-Länder

Bringen Griechenland und Spanien diejenigen Länder Europas in Gefahr, die bislang gut dastehen? Die US-Ratingagentur Moody's findet schon. Sie droht mit Herabstufungen. Auch Deutschland wäre betroffen.
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Washington/New YorkFür den Fall eines Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone hat die US-Ratingagentur Moody's vor einer Herabstufung der Staaten mit Bestnoten in der Währungsunion einschließlich Deutschlands gewarnt.

Sollte Griechenland den Euroraum verlassen, bedeute dies eine Bedrohung für die Zukunft der Währung und könne Folgen haben, die über die Euro-Zone hinausgehen, teilte Moody's am Freitag mit. In diesem Fall müsse die Kreditwürdigkeit aller Staaten neu bewertet werden. Dies betreffe auch Länder mit der Bestnote „AAA“ wie etwa Deutschland, erklärte die Agentur.

Mit Blick auf die Bankenkrise in Spanien teilte Moody's mit, dass ein Eingreifen der europäischen Partner mit Finanzhilfen eine weitere Herabstufung des Landes nach sich ziehen könne. Die Agentur begründete dies mit „steigenden Risiken für die Gläubiger des Landes“. Die Probleme der spanischen Banken seien aber vor allem ein internes Problem Spaniens, und daher sei die Ansteckungsgefahr für die anderen Euro-Länder außer Italien gering.

Mit „AAA“ bewertet Moody's neben Deutschland bislang die Euroländer Österreich, Frankreich, Finnland, Luxemburg und die Niederlande. Spanien führt die Agentur unter „A3“ mit einem negativen Ausblick, was bedeutet, dass weitere Herabstufungen drohen.

Griechenland befindet sich seit Jahren in der Rezession. Im Gegenzug für Milliardenkredite der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds verpflichtete sich das Land zu einem drastischen Sparprogramm.

Spanien hatte den unter einer geplatzten Immobilien- und Kreditblase leidenden Bankensektor des Landes mit Milliardenbeträgen gestützt, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Bisher will Madrid keine mit zahlreichen Auflagen verbundenen Darlehen aus dem Euro-Rettungsschirm EFSF beantragen, sondern die Krise allein bewältigen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Krisenfolgen: Moody's erwägt Herabstufung der AAA-Länder"

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  • Herr Leineweber, ich lese Ihre Kommentare im HB immer gerne, sie haben Substanz. Deswegen meine Frage: Wie sehen Sie die nächsten Monate?
    P.S. Wollen Sie nicht mal eine eigene Homepage erstellen?

  • Es geht nicht um die Frage, wessen Brot ich esse, das ist ein Nebenkriegsschauplatz.
    Es geht um die Tatsache, dass die Ratingagenturen im Tiefschlaf waren, und schon vor 5 Jahren hätten drastisch `runterstufen müssen!
    Aber welch´einen Aufschrei hätte es dann gegeben!
    Also hat es Ruhe im Karton gegeben, bis eben kurz vor`m Supergau. Das betrifft auch das rating der USA. Die Ratingagenturen sind ihren Aufgaben nicht nachgekommen.
    Unter diesem Aspekt hätte man eine europäische Ratingagentur schon seit 10 Jahren gebraucht, damit diese Europa hätte rechtzeitig und ordentlich ´runterstufen können. Jetzt ist man leider "behind the curve!"
    So gesehen hätte es schon in der Ära Schröder und der damaligen Krise in Europa fächendeckend drei Stufen schlechter geben müssen, in etwa AA round about. Die Europäer haben die Chance vertan sich selbst an die Kandarre zu nehmen.
    in diesem Zusammenhang auf andere zu schimpfen ist demnach nicht angebracht.


  • Endlich rafft es den Musterknaben dahin !Ich habe in zahllosen posts im HB die Herabstufung Deutschlands prognostiziert.
    Ich darf hierzu ein anderes Original aus der FAZ zitieren:
    Der große Knall:

    Dr. Norbert Leineweber am 09.02.2012 20:00 Uhr

    Wir haften mit einer Billion, in vier Jahren sind es mit Sicherheit schon zwei, das ist dann der sozialisierte Staatsbankrott. Am Ende wird es den Musterknaben dahin raffen, der die "griechische Reform" schon vor Jahren hinter sich gebracht hat. Die Strukturen ändern sich nicht, wenn die Zentralbanken weiterhin die Staatsschulden finanzieren (Target 2). Es wird sich in der ganzen Eurozone an den Wettbewerbsstrukturen nichts ändern, am Ende wird das Land auch noch kaputt gestreikt. Mit jedem Tag mit weiterhin mangelnder Wettbewerbsfähigkeit der PIIGS und der vorhersehbaren Kapitalflucht aus Frankreich, wenn Hollande gewinnt, werden sich die Schulden weiter auftürmen. Der feste Wechselkurs im Euro ist der point of no return. Aus dieser Schuldenfalle gibt es kein Entkommen. Die Fehler des letzten Jahrzehnts können nicht über noch mehr Staatsschulden und noch größere Leistungsbilanzdefizite egalisiert werden. Wir sollten mit einer Billion aussteigen. Jedes weitere Monat im Euro wird dazu führen, dass Deutschland dem schlechten Geld die nächste Billion hinterherwirft.

    Tja, und wenn man meint, den einzigen Musterknaben, der sich reformiert hat, mit "gemeinsamen Bonds" in die Pflicht zu nehmen, ist eben das Ende der besten Bonität erreicht.

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