Kurse fallen auf breiter Front – Analysten raten zu Gewinnmitnahmen
Mit Hochzinsanleihen geht es bergab

Anleger, die riskante Zinstitel von Unternehmen kaufen, müssen sich mit sinkenden Erträgen bescheiden. Die verlockend hohen Zinsen werden zunehmend durch Kursverluste aufgezehrt. Nach dem Urteil vieler Investmentbanker ist daher eher verkaufen als kaufen angesagt. Allerdings weisen andere Fachleute darauf hin, dass Anlagealternativen fehlten, und empfehlen ausgewählte Papiere.

FRANKFURT/M. Hochzinsanleihen oder „Junk- Bonds“ (Schrottanleihen) geben Unternehmen mit schlechten Bonitätsnoten aus. Das höhere Ausfallrisiko müssen sie mit höheren Zinsen bezahlen. Kurssteigerungen – der zweite Ertragsbestandteil – sind nach Experteneinschätzung in nächster Zeit aber kaum noch zu erwarten (siehe „Was übrig bleibt“).

Nachdem Investoren mit Junk- Bonds in den Jahren von 2000 bis 2002 heftige Verluste erlitten hatten, verwöhnten die Papiere Anleger in den vergangenen beiden Jahren mit reichen Erträgen. Zinsen plus Kursgewinne brachten in diesem Jahr ein Plus von zwölfeinhalb nach fast 29 Prozent im vergangenen Jahr. Angesichts stagnierender Aktienkurse griffen Investoren zu Junk-Bonds. Durch die einhergehenden Kursgewinne sanken die Renditen und die Risikoaufschläge der Bonds drastisch. Jetzt bringen sie im Schnitt nur noch knapp drei Prozentpunkte mehr Rendite als Staatsbonds und liegen damit auf einem Siebenjahrestief.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs rät Investoren deshalb, bei Junk-Bonds jetzt Gewinne mitzunehmen. Auch die Ratingagentur Moody’s hält die Bonds nicht mehr für attraktiv. „Die Risikoaufschläge werden in den kommenden sechs bis zwölf Monaten eher steigen als sinken“, meint Chefvolkswirt John Lonski. Die Renditen hält er angesichts des Risikos für zu gering. Dahinter steckt die Annahme, dass der positive Trend vorbei ist. Die Ausfallrate betrug im Oktober laut Ratingagentur Moody’s 2,4 Prozent.

Die meisten Experten schreckt das indes nicht. „Selbst einen leichten Anstieg der Ausfallraten würde der Markt gut verkraften“, sagt Jan Seifert, der bei Union Investment mit dem „Uni Renta High Yield“ einen Fonds mit Hochzinsanleihen managt. Gewinnmitnahmen bei den Bonds hält er nicht für die angemessene Strategie, weil die Anlagealternative fehle. Diese Einschätzung teilen viele Banken, die davon ausgehen, dass sich hochverzinsliche Unternehmensanleihen im kommenden Jahr besser entwickeln werden als Unternehmensbonds mit einem guten Rating oder Staatsanleihen.

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