Länder mit hohem Finanzbedarf stehen vor erhöhten Liquiditätsrisiken
Höhere US-Zinsen gefährden Bonität der Emerging Markets

Sollte die US-Notenbank Federal Reserve im nächsten Jahr den Leitzins von derzeit 1,5 auf vier Prozent anheben und damit mehr als verdoppeln, wird das der Ratingagentur Fitch zufolge die Nachfrage nach Anleihen von Schwellenländern dämpfen. Damit bestehe die Gefahr, dass es bei einigen Emerging Market Bonds zu Kurseinbrüchen kommt, heißt es in der halbjährlichen Studie der Ratingagentur.

Bloomberg NEW YORK. Die Weltwirtschaft wird dieses Jahr um vier Prozent wachsen, erwartet Fitch. Das ist die höchste Rate seit dem Jahr 2000. "Das starke Wachstum hat den Druck auf die Ressourcen erhöht und die Inflation wieder angefacht," erklärt Fitch. "Der Fed-Funds-Satz könnte schneller und stärker steigen als gegenwärtig erwartet wird." In den letzten vier Wochen legten die Anleihemärkte weltweit eine Rally hin, nachdem Investoren ihre Erwartungen über eine Zinserhöhung wegen der Abschwächung der US-Konsumausgaben zurücknahmen.

Anleger, die außerhalb der USA auf der Jagd nach höheren Renditen waren, bescherten brasilianischen, türkischen und anderen Anleihen aus Schwellenländern kräftige Kursgewinne. Der Renditeaufschlag von Emerging Market Bonds gegenüber US- Staatsanleihen ist seit dem 10. Mai um einen Prozentpunkt auf 4,1 Punkte gesunken.

Nach dem Rückgang der Risikoprämien ist Fitch besorgt, dass renditehungrige Investoren das Risiko an den Emerging Markets unterschätzen könnten. "Ein gewisser Kapitalabzug aus bonitätsschwächeren Papieren ist wahrscheinlich. Das erhöht für Länder mit hohem Finanzbedarf wie Brasilien und die Türkei die Liquiditätsrisiken."

Auch die Philippinen und Libanon könnten durch höhere Zinsen unter Druck geraten, sagt Fitch. Hingegen werden Russland, Mexiko und andere Ölförderländer von einem dynamischeren Weltwirtschaftswachstum profitieren prognostiziert die Ratingagentur. Das teure Öl werde dagegen den Philippinen, der Türkei, Thailand, der Slowakei, Tschechien und Chile am stärksten zu schaffen machen, heißt es in der Studie.

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