Land senkt durch neue Papiere Zinskosten
Brasilien tauscht alte Anleihen um

Brasilien hat von den so genannten C-Bonds, die das Land vor zehn Jahren im Rahmen des Brady-Plans begab, Papiere im Volumen von 4,4 Mrd. Dollar getauscht. Damit tritt Südamerikas größte Volkswirtschaft weiter aus dem Schatten des Zahlungsausfalls der 90er-Jahre heraus.

HB Bloomberg SAO PAULO. Rund 79 Prozent der mit acht Prozent verzinsten C-Bonds mit Laufzeit bis 2014 wurden gegen Papiere mit gleichem Kupon und einer vier Jahre längeren Laufzeit getauscht, berichten die mit der Transaktion befassten Credit Suisse Group und JPMorgan Chase & Co. Im Oktober dürften die restlichen Papiere im Volumen von 1,2 Mrd. Dollar gekündigt werden, erwartet Luiz Forbes, Direktor bei Lopez Leon Brokers.

Die Regierung von Präsident Luiz Inacio Lula da Silva bemüht sich mit Maßnahmen wie dem Anleihetausch, ihre Finanzierungskosten zu senken. Der aktuelle Swap wird dem Land rund 400 Mill. Dollar an jährlichen Zinszahlungen sparen, sagte Forbes in einem Interview mit Bloomberg News. "Das ist eine gute Transaktion für den Staat", betonte Roger M. Scher, geschäftsführender Direktor bei Fitch Ratings. "Die Regierung hat gezeigt, dass sie ein ziemlich gutes Schuldenmanagement drauf hat." Die C- oder "Capitalization"-Bonds" wurden 1994 im Rahmen einer Umschuldung nach dem Brady-Plan ausgegeben. Die Anleihe im Volumen von 7,4 Mrd. Dollar war mit einem halbjährlichen Kündigungsrecht des Emittenten ausgestattet, ab dem 15. April 2004 musste Brasilien mit der Rückzahlung des Kapitals beginnen.

In den zehn Jahren bis Ende 2003 entfielen rund zehn Prozent des Handels in Schwellenmarktanleihen auf den C-Bond, berichtet die Emerging Market Traders Association. In den letzten Jahren war der Handel zurückgegangen, und die mit elf Prozent verzinste brasilianische Anleihe mit Fälligkeit 2040 nahm den Platz als Benchmark für Schwellenländerpapiere ein.

Am 13. Juli hatte Brasilien angekündigt, dem Internationalen Währungsfonds 5,1 Mrd. Dollar vorzeitig zurückzuzahlen. Damit spart das Land 82 Mill. Dollar. In den nächsten drei bis fünf Jahren dürfte Brasilien nach Chile und Mexiko in Lateinamerika ein Schuldner mit Bonität auf der Stufe "Investmentgrade" werden, erwartet Mohamed El-Erian, Manager des größten Schwellenländeranleihen-Fonds weltweit. "Das ist es ein wichtiges Signal für einen entscheidenden Bruch mit der Vergangenheit", so El-Erian.

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