Langfristige Papiere
Irland zahlt weniger für frische Anleihen als Spanien

Es könnte der Beweis sein, dass EU-Sparauflagen nicht zwingend zu einer Abwärtsspirale führen müssen. Irland begibt erstmals wieder langfristige Staatspapiere. Am kurzfristigen Geldmarkt war das Land bereits erfolgreich.
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DublinIrland ist dem Ende seines internationalen Hilfsprogramms am Donnerstag einen großen Schritt nähergekommen. Die Regierung verkaufte zum ersten Mal seit dem Jahr 2010 überraschend Anleihen mit einer langen Laufzeit und nahm damit 4,2 Milliarden Euro ein. Die Bonds werden nach fünf beziehungsweise acht Jahren fällig. Finanzminister Michael Noonan erklärte, die Emission sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zurück zur wirtschaftlichen Souveränität. Besonders das Interesse von ausländischen Investoren und dabei vor allem aus den USA sei groß gewesen.

Die Zinssätze für die Papiere lagen bei 5,9 beziehungsweise 6,1 Prozent. Das ist zwar deutlich höher als für Kredite aus dem Rettungspaket, die mit drei Prozent verzinst werden. Aber Spanien musste etwa in der vergangenen Woche für fünfjährige Anleihen einen Zinssatz von 6,4 Prozent bieten.

Einer Mitteilung der irischen Schuldenagentur National Treasury Management Agency zufolge bot die NTMA Anleihen mit einer Laufzeit bis Oktober 2017 sowie 2020 fällige Anleihen. Darüber hinaus hat Irland vor, Bonds mit Fälligkeit 2013 und 2014 in Papiere mit Fälligkeit 2017 und 2020 umzutauschen, wobei den Investoren höhere Renditen geboten werden.

Fergal O'Leary, Direktor bei Glas Securities in Dublin, begrüßte die Ankündigung und sagte weiter: „Das könnte die Ratingagenturen veranlassen, eine positivere Haltung zu Irland einzunehmen“. Irland hatte im Juli bereits erstmals seit fast zwei Jahren den Geldmarkt wieder erfolgreich angezapft und 500 Millionen Euro beschafft.

Moody's Investors Service benotet die Kreditwürdigkeit Irlands mit „Ba1“ und negativem Ausblick in der Kategorie “Ramsch”. Bei den Ratingagenturen Standard & Poor's sowie Fitch Ratings wird das Land immer noch in der Kategorie „Investment Grade“ eingestuft.

„Wir sind überzeugt, dass die Ratingagenturen Irland von der Beobachtungsliste für eine Herabstufung nehmen werden, wenn das Land wieder Zugang zum Kapitalmarkt hat”, sagte John Hydeskov Analyst bei der Danske Bank A/S, in London in einer Mitteilung für Investoren. „Wir wären nicht überrascht, wenn Irland bald im Hinblick auf eine Heraufstufung zurück in die Klasse ‘Investment Grade' unter Beobachtung genommen wird”, schrieb er weiter.

Die Rendite zweijähriger Irland-Anleihen fiel nach der Ankündigung der NTMA erstmals seit November 2010 unter die Marke von vier Prozent und war zuletzt bei 3,67 Prozent 31 Basispunkte niedriger.

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  • @Rechner das ist eine recht interessante Gegenüberstellung der "Veränderung der Ausgaben für Löhne und Gehälter der Staatsbediensteten 2001 - 2011". Hätten sie hier auch einen Link zur Quelle?

  • 'jogibaer2103' sagt
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    Was mir an den Iren wirklich gefällt ist wie sie die Einsparungen des Staates hingenommen haben. Eine mir bekannte Lehrerin hatte 25% weniger net income seit 2008.
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    Äh - nun ja:

    Die Ausgaben für Gehälter der Staatsbediensteten sind in Irland zwischen 2001 und 2008 um 105,7% gestiegen.

    Um von 2008 bis 2011 dann um 11,6% zu fallen.

    Sie waren also 2011 immer noch 82,1% höher als 2001.

    So sieht wahre Opferbereitschft aus ;)

    Zum Vergleich:

    Veränderung der Ausgaben für Löhne und Gehälter der Staatsbediensteten 2001 - 2011:

    Zypern 101,3%
    Irland 82,1%
    Spanien 78,9%
    Griechenland 71,1%
    Belgien 53,2%
    Italien 29,2%
    Deutschland 20,2%
    Portugal 3,9%

  • @guenni7

    die Steuern in Europa werden eh angepasst oder verrechnet mit den Ausgaben im jeweiligen Staat um die Defizitregeln einhalten zu können. (Im Falle von Irland der Wunsch nach einem niedrigen Steuersatz bei gleichzeitig niedrigen Saatsausgaben)

    Irland wird (sollte) seine zusätzlichen Einnahmen zur Schuldentilgung nutzen und einen eventuellen Gewinn wird es dann zum Nettozahler in Europa machen. Warum sollte es daran interesse haben?

    Man muss sich schon fragen warum Irland sich gerade jetzt eine €5 Milliarden Anleihe (fast die Hälfte der angepeilten €10 Milliarden irischen Staatsanleihen für die kommenden 18 Monate) zu einem Zinsatz von 6% leistet. Irland bekommt doch noch Geld zu 3% bis Ende 2013 aus dem Rettungspaket und dann später, möglicherweise zu noch besseren Konditionen, aus dem ESM.

    Die heutige Anleihe wird dem irischen Staat schlappe €300 Millionen in Zinsen im Jahr kosten die heftig aufs Staatsdefizit drücken helfen werden.

    Ich nehme an das war nur ein Test, denn im Januar 2014 muss Irland eine fällige Anleihe in Höhe von €18 Milliarden bedienen die bis heute unbedienbar erschienen ...



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