Laufzeit noch nicht bekannt
Eurohypo kündigt Jumbo-Pfandbrief an

Fast ein Jahr hat sich die Eurohypo nicht am Markt für Jumbo-Pfandbriefe blicken lassen. Jetzt kündigte die größte deutsche Spezialbank für Immobilien- und Staatsfinanzierung - und größter Jumbo-Emittent - jedoch eine Emission für den Monat September an.

HB FRANKFURT/M. Dass die Eurohypo den Markt wohl erst nach der Sommerpause anzapfen würde, hatten Vorstandschef Bernd Knobloch und Vorstand Henning Rasche schon im März in einem Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt.

Jumbo-Pfandbriefe sind liquide, mit Hypotheken- oder Staatskrediten gedeckte Anleihen, die dem Pfandbrief-Gesetz unterliegen. Bei der Eurohypo haben globale Jumbos - Papiere, die auch in den USA vermarktet werden - ein Mindestvolumen von zwei Mrd. Euro. Geplant ist jetzt ein mit Hypotheken gedeckter Global-Jumbo. Ein entsprechendes mit Staatskrediten gedecktes Papier wird später im Jahr folgen.

Die Laufzeit soll erst nach der Roadshow bestimmt werden. "Wir streben aber eine Benchmark-Laufzeit an", sagte Rasche auf Anfrage. Das deutet darauf hin, dass die Laufzeit bei fünf, sieben oder zehn Jahren liegen wird. Das Mandat teilen sich Deutsche Bank, Dresdner Kleinwort Wasserstein, Hypo-Vereinsbank und UBS. Die Termine für die Roadshow werden erst festgelegt. Rasche geht aber davon aus, dass er zusammen mit den Banken potenzielle Investoren in Europa, Asien und vereinzelt auch in den USA besuchen wird.

Im vergangenen Jahr hatte die Eurohypo, die 2002 aus der Fusion der Hypothekenbanktöchter von Deutscher, Dresdner und Commerzbank hervorgegangen war, ebenfalls zwei Jumbos emittiert. In diesem Jahr war die Eurohypo auch am Kapitalmarkt aktiv, aber noch nicht am Prestige trächtigen Jumbo- Markt. Statt dessen begab sie ungedeckte Schuldverschreibungen und kleinere Pfandbriefe über insgesamt elf Mrd. Euro.

Den letzten Jumbo vor der Sommerpause wird die spanische Großbank Banco Santander Central Hispano (SCH) begeben. Die Konsortialführer BNP Paribas, Credit Suisse First Boston und UBS öffneten die Auftragsbücher für eine Cédula Hipotecaria, wie Pfandbriefe in Spanien heißen. Als Volumen werden 1,5 Mrd. Euro, als Laufzeit zwölf Jahre erwartet. Aus Kreisen der Konsortialführer hieß es, man habe bis zum Nachmittag bereits Kaufaufträge über 500 Mill.Euro gesammelt. Die DZ Bank bezeichnete indes in einer Studie den angekündigten Renditeaufschlag (Spread) von etwa 0,11 Prozentpunkten über Mid-Swaps - dem Satz zum Tausch fester gegen variable Zinsen - als "ambitioniert", also recht niedrig. Einige Investoren aus Deutschland hätten auch schon höhere Spreads gefordert, hieß es im Handel.

Unter den Industrieunternehmen kündigte General Electric eine variabel verzinste zehnjährige Anleihe an. Der US-Mischkonzern hatte vergangene Woche schon eine fünfjährige Anleihe über 750 Mill. Euro aufgelegt, die einen Tag nach der Emission auf eine Mrd. Euro aufgestockt wurde.

Staatsanleihen litten unter den festeren Aktien und dem besser als erwartet gemeldeten ZEW-Konjunkturindex. Vor der Rede von US-Notenbankpräsident Alan Greenspan waren die Umsätze gering - später belebte sich der Handel vor allem am US-Bondmarkt. Bis zum Schluss stieg die Rendite 10jähriger Bundesanleihen auf 4,21 Prozent. Nachdem Greenspan neue Zinsängste geschürt hatte, stieg die Rendite 10jähriger US-Staatsanleihen von 4,36 auf 4,45 Prozent.

Quelle: Handelsblatt Nr. 139 vom 21.07.04 Seite 30

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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