Märkte rechnen auch nach der Ratssitzung mit strafferer Politik der Europäischen Zentralbank
Kapital- und Geldmarktzinsen steigen weiter

Die europäischen Anleihemärkte haben gestern nur anfangs erleichtert auf die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Leitzinsen unverändert zu lassen, reagiert. Im späteren Tagesverlauf bröckelten die zeitweiligen Kursgewinne der Anleihen aber wieder ab. Entsprechend stiegen die Renditen.

HB FRANKFURT/M.Im Vorfeld der EZB-Ratssitzung hatte sich trotz der feiertagsbedingten Abwesenheit zahlreicher asiatischer Händler eine gewisse Spannung aufgebaut. Einige Akteure hatten ein – „allerdings geringes“ – Risiko für die Anhebung der Euro-Leitzinsen gesehen.

Der Euribor-Geldmarkt-Future, der die Stimmung des Marktes hinsichtlich der Notenbankpolitik reflektiert, kletterte nach Bekanntwerden der EZB-Entscheidung von 97,605 auf 97,635 Prozent. Ein weiterer Grund für den Kursanstieg wurde darin gesehen, dass EZB-Präsident Jean-Claude Trichet den aktuellen Leitzins als „angemessen“ bezeichnet hatte.

Der Dezember-Bund-Future stieg nach der EZB-Sitzung auf ein Tageshoch von 120,19 Prozent. Händler begründeten die starken Kursbewegungen damit, dass sich einige Marktteilnehmer gezwungen sahen, ihre in Richtung Leitzinserhöhung ausgerichteten Short-Positionen wieder zu schließen. Mit Short-Positionen spekulieren Anleger an den Geld- und Anleihemärkten auf sinkende Kurse und damit auf steigende Zinsen.

Dass eine Zinserhöhung durch die EZB ausblieb, änderte nichts an der in Teilen des Handels bestehenden Überzeugung, dass ein solcher Schritt nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben ist. Einige Beobachter orientierten sich in ihren diesbezüglichen Äußerungen an Kommentaren des Chefs der Schweizerischen Notenbank SNB Jean-Pierre Roth, die in Richtung einer Zinserhöhung der SNB im Dezember deuteten. Am Abend lag so der Bund-Future mit 119,82 Prozent auch wieder 0,09 Prozentpunkte im Minus. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,46 Prozent.

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