Makro-Hedgefonds
Früher erstklassig, jetzt mäßig

Makro-Hedgefonds galten lange als gute Anlagen, teilweise haben sie bis zu 45 Prozent Rendite eingefahren. Doch in Zeiten der Krise scheint es vorbei mit solchen Traumergebnissen zu sein. Einige machen gar Verlust.
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Investoren setzten dieses Jahr große Hoffnungen in so genannte Makro-Hedgefonds, weil diese Anlagestrategie in der Finanzkrise von 2008 gut abgeschnitten hatte. In der ersten Hälfte 2012 flossen den Makro-Fonds, die auf volkswirtschaftliche Trends setzen, 4,2 Milliarden Dollar von Anlegern zu. Doch es kam anders. Interventionen von Regierungen an den Märkten und sinkende Handelsvolumina setzten der Fähigkeit der Hedgefondsmanager, große Wetten einzugehen, Grenzen und verhagelten die Performance.

Am Mittwoch teilte Louis Bacon seinen Investoren in einem Brief mit, er werde 2 Milliarden Dollar Anlagekapital oder rund 25 Prozent aus seinem größten Hedgefonds zurückgeben, nachdem der Ertrag für dieses Jahr gerade mal bei 1,6 Prozent liegt.

Ray Dalio, Chef von Bridgewater Associates LP, hat mit seinem 54 Milliarden Dollar schweren Makro-Hedgefonds bis zum 20 Juli 2,0 Prozent Verlust eingefahren, wie Anleger berichteten. Alan Howard verlor mit dem Master Fund seiner Brevan Howard Asset Management LLP 1,3 Prozent. Greg Coffey, der einen Emerging-Market Makro-Hedgefonds bei Bacons Moore Capital Management LLC leitet, verlor in den ersten sieben Monaten 2012 nach Angaben von Investoren fünf Prozent.

In der ersten Jahreshälfte erhielten die Makro-Hedgefonds rund ein Fünftel aller Kapitalzuflüsse in die Hedgefondsbranche, wie aus Daten von Hedge Fund Research Inc. in Chicago hervorgeht.

„Anhaltende systemische Schocks führen zu einem Verhalten an den Märkten, das beständig unbeständig ist”, formuliert Brad Balter, Chef von Balter Capital Management LLC in Boston. Er Investiert Kundengelder in Hegdefonds. „Das führt dazu, dass Händler kleinere Positionen eingehen und das erschwert es den größten Managern, Gewinne zu erzielen.”

Makro-Hedgefonds wetten auf Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Währungen weltweit. Bloomberg-Daten zufolge kommen sie für die ersten sechs Monate 2012 auf einen Verlust von 1,3 Prozent. Dem steht ein Plus von sechs Prozent im Aktienindex MSCI ACWI Index und von 2,8 Prozent im Bank of America Merrill Lynch Global Broad Market Index gegenüber.

In früheren Jahren konnten die Makro-Hedgefonds noch mit erstklassigen Ergebnissen glänzen. So gewann Bridgewater 2011 25 Prozent und 2010 gar 45 Prozent. Brevan Howard, der in seinem Master Fund 26 Mrd. Dollar verwaltet, gelang es 2011, einen Ertrag von zwölf Prozent zu erzielen. Die Verluste in diesem Jahr seien im Wesentlichen auf Zinswetten zurückzuführen, geht aus einem Brief an die Investoren hervor.

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