Markt für neue Anleihen
Banker setzen auf neue Bonds

Europäische Unternehmen haben deutlich weniger Anleihen begeben als im Vorjahreszeitraum, im November kamen so wenig Anleihen auf den Markt wie seit neun Jahren nicht mehr. Trotz des mauen Geschäfts im vierten Quartal zeigen sich Banker für 2008 optimistisch – die Finanzmarktkrise wird solide Unternehmen nicht an der Anleiheplatzierung hindern.

FRANKFURT. „Wir haben aktuell zwar eine Vertrauenskrise, aber Investoren haben noch viel Liquidität, und die Pipeline für neue Unternehmensanleihen ist gut gefüllt“ sagt Maik Laske, der bei der Société Générale das Geschäft mit neuen Anleiheemittenten im deutschsprachigen Raum leitet.

Im Sommer und in den vergangenen beiden Monaten haben europäische Unternehmen mit soliden Ratings im Bereich Investmentgrade deutlich weniger Anleihen begeben als in den Vorjahresmonaten. Im November kamen so wenig Anleihen auf den Markt wie seit neun Jahren nicht. Im vierten Quartal haben Firmen nach Schätzungen von Société Générale Bondemissionen über rund 25 Mrd. Euro verschoben. Diese sollten im ersten Quartal nachgeholt werden, meint Laske. Zuletzt hatte der Telekomkonzern Telekom Austria eine Platzierung abgesagt, weil dem Unternehmen die geforderten Risikoaufschläge (Spreads) der Investoren zu hoch waren.

Dass aber bei großzügigen Spreads Platzierungen auch im aktuellen Umfeld noch möglich sind zeigte Anfang der Woche der Pharmakonzern Glaxo-Smithkline. Für eine Anleihe über 3,5 Mrd. Euro in zwei Tranchen bekamen die Konsortialführer Credit Suisse, Deutsche Bank und Lehman Brothers Kaufaufträge über mehr als sechs Mrd. Euro. Dafür mussten die Briten aber auch tief in die Tasche greifen. Nach Schätzungen von Bankern musste Glaxo-Smithkline dreimal so hohe Aufschläge im Vergleich zu den Swap-Sätzen zahlen wie vor der Krise. Swap-Sätze sind das Maß zum Tausch fester in variable Zinszahlungen und ein wichtiger Maßstab für die Bewertung von Bonds.

Die Risikoprämien für Firmenbonds mit guten Ratings haben sich seit Beginn der Finanzmarktkrise verdoppelt und sind derzeit so hoch wie seit viereinhalb Jahren nicht. Unternehmensanleihen in Euro bieten nach Daten von Merrill Lynch im Schnitt gut einen Prozentpunkt mehr Rendite als Staatsanleihen. Für Neuemissionen fordern Anleger seit dem Sommer einen zusätzlichen Aufschlag. Von den Renditen her gesehen sind die Refinanzierungen für solide Unternehmen aber seit dem Sommer kaum teurer geworden; die Risikoaufschläge stiegen vor allem, weil die Renditen der Staatsanleihen gesunken sind.

Seite 1:

Banker setzen auf neue Bonds

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%