Markt für neue Unternehmensanleihen
Firmen wagen Platzierungen

Der Markt für neue Unternehmensanleihen kommt langsam wieder in Bewegung. In der vergangenen Woche begaben mit dem Chemiekonzern BASF und dem Versorger Eon zwei deutsche Konzerne neue Anleihen. Das weckt bei Investmentbankern die Hoffnung, dass das Geschäft wieder etwas anzieht.

FRANKFURT. „Die Transaktionen könnten zum Eisbrecher werden“, sagt Geert Vinken, der bei Barclays Capital in London das Anleihegeschäft leitet. Nach US-Unternehmen könnten jetzt auch europäische Firmen den Markt wieder regelmäßiger nutzen, meint Vinken.

„Es sind viele Deals in der Pipeline, und andere Unternehmen werden sich die Platzierungen von BASF und Eon genau ansehen“, sagt auch Christoph Seibel, der bei BNP Paribas das deutsche Kapitalmarktgeschäft leitet. Das Umfeld sei aber nach wie vor nicht einfach. Auch ein anderer Banker meint, dass die Lage etwas besser sei, der Markt aber noch nicht überschwemmt werde.

Positiv werten Banker, dass die neuen Anleihen von BASF und Eon deutlich überzeichnet waren. Bei der siebenjährigen Anleihe von BASF über eine Mrd. Euro gab es Kaufaufträge über knapp vier Mrd.; bei der 3,5 Mrd. Euro großen Transaktion von Eon – in zwei Tranchen mit Laufzeiten von fünf und zehn Jahren ausgestattet – wurden in weniger als vier Stunden 13 Mrd. Euro gezeichnet. Ursprünglich wollte Eon nur 2,5 Mrd. Euro aufnehmen, nutzte aber die große Nachfrage für ein höheres Volumen. Gezeichnet wurden die Papiere vor allem von Investmentfonds und Banken. Das Mandat für BASF teilten sich die Deutsche Bank und Barclays Capital; die Eon-Transaktion wurde von ABN Amro, BNP Paribas, Citi und der Royal Bank of Scotland geführt.

Beide Konzerne mussten für ihre Bonds vergleichsweise hohe Risikoaufschläge im Vergleich zu den als Referenzgröße wichtigen Swap-Sätzen zahlen. Im Juni hätten die Firmen laut Bankern noch zu halb so hohen Aufschlägen Käufer für ihre Anleihen gefunden. „Für die Unternehmen sind die Refinanzierungkosten aber nicht so deutlich gestiegen, weil die absolut zu zahlenden Renditen nur knapp über den Levels vom Juni liegen“, sagt Seibel.

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