Markt hat höhere Bonitätsnoten bereits eingepreist
Moody’s stellt bessere Ratings für Pfandbriefe in Aussicht

Am insgesamt über eine Billion Euro schweren Markt für Pfandbriefe zeichnen sich positive Veränderungen ab. Gestern kündigte die Ratingagentur Moody’s an, den viel kritisierten Bewertungsansatz für die mit Hypotheken oder Staatskrediten gedeckten Anleihen von Landes- und Hypothekenbanken zu verändern. „Mittelfristig könnten damit alle Pfandbriefe wieder die Bestnote „Aaa“ von Moody’s bekommen“, sagt Ralf Grossmann, Analyst bei CDC Ixis.

FRANKFURT/M. Moody’s bewertet Pfandbriefe – anders als Standard & Poor’s (S&P) und Fitch – stark in Abhängigkeit von der emittierenden Bank. Dieser Ansatz wird gelockert. Daran hat der Verband deutscher Hypothekenbanken (VDH) fast drei Jahre lang gearbeitet, in dem er unter anderem immer explizierter regelte, dass die Forderungen, die den Pfandbriefen zu Grunde liegen, bei einem Konkurs der emittierenden Bank nicht angetastet werden. Der letzte Vorstoß in dieser Richtung ist die Novelle des Hypothekenbankgesetzes, die noch nicht verabschiedet ist. Darin wird beispielsweise eine Mindestüberdeckung der Pfandbriefe von zwei Prozent festgelegt. Der VDH begrüßte die Ankündigung von Moody’s.

Die geplante Novelle stärkt nach Ansicht von Moody’s die Pfandbriefgläubiger. Deshalb werden mit Staatskrediten gedeckte so genannte öffentliche Pfandbriefe künftig schlechtestenfalls mit dem zweitbesten Rating „Aa1“ bewertet. Bei Hypothekenbanken wird die Untergrenze auf das drittbeste Rating „Aa2“ angehoben. Davon dürften die Pfandbriefe der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) unmittelbar profitieren. Bei der Hypo Real Estate Group sieht das etwas anders aus. Denn Voraussetzung für die Mindestratings ist, dass die emittierende Bank ein Finanzstärke-Rating vom mindestens „C“ hat. Das ist bei von der Hypo-Vereinsbank abgespaltenenen Gruppe nicht der Fall. Dennoch kann auch sie wieder bessere Ratings bekommen. Der Grund: Moody’s betont, dass die Banken ihre Pfandbrief-Noten weiter verbessern können, wenn sie über die künftig vorgeschriebene Überdeckung von zwei Prozent hinausgehen. „Damit geht Moody’s indirekt zu einem individuellen Ansatz, wie S&P und Fitch ihn haben, über“, meint Grossmann. Bei S&P haben alle bewerteten Pfandbriefe ein Dreifach-A.

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