Markt wird Parmalat-Pleite gut verkraften: Erster Skandal bei privat platzierten Anleihen

Markt wird Parmalat-Pleite gut verkraften
Erster Skandal bei privat platzierten Anleihen

Mit dem Fall Parmalat hat auch der Markt für privat platzierte Anleihen seine erste große Pleite. Der Lebensmittelkonzern hat Bonds über rund 1,5 Mrd. Dollar privat bei Investoren in den USA platziert. Dass diese Anleger ihr Geld wiederbekommen, gilt als extrem unwahrscheinlich. Federführer bei den Emissionen waren Banc of America Securities und Citigroup. Die US-Börsenaufsicht SEC nimmt die Privatplatzierungen gesondert unter die Lupe.

cü FRANKFURT/M. Bei US-Privatplatzierungen sprechen Banker ganz gezielt bestimmte Großanleger – meist Versicherer – an. Die Deals werden, wenn überhaupt, erst nach dem Abschluss publik gemacht. Im Gegensatz zu herkömmlichen Bonds brauchen Unternehmen kein Rating, damit sie auch Käufer finden. Die Dokumentation und die Geschäftszahlen sind zwar breit angelegt aber nicht öffentlich. Die Firmen stehen lediglich den ausgesuchten Investoren Rede und Antwort. Die Bondemission ähnelt somit eher einem Kredit als einer öffentlichen begebenen Anleihe. Dafür spricht auch, dass sich meist nur fünf bis 15 Investoren eine Emission über im Schnitt 300 Mill. bis 350 Mill. Dollar teilen.

Dass Investoren jetzt allgemein bei Privatplatzierungen zurückhaltender werden, glaubt Jocelyn Monk nicht, der bei der Royal Bank of Scotland den Bereich Privatplatzierungen leitet. Prinzipiell seien privat platzierte Bonds transparenter als öffentlich begebene, und Transparenz werde für Investoren immer wichtiger. Im ersten Halbjahr 2003 haben Unternehmen Anleihen über mehr als 20 Mrd. Dollar als traditionelle US-Privatplatzierungen begeben. Das waren deutlich mehr als im Vorjahr. Viele Banker rechnen damit, dass das Volumen weiter steigen wird.

Was Investoren bei Privatplatzierungen zusätzlich schätzen, sind Schutzklauseln (Covenants). Dank dieser können sie ihr Geld vorzeitig zurückverlangen, wenn ein Unternehmen zum Beispiel vereinbarte Finanzkennzahlen nicht einhält.

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