Marktbericht New York
US-Anleger fliehen in Anleihen

Die amerikanischen Aktienbörsen haben sich nach einem sehr schwachen Start am Donnerstag im Handelsverlauf wieder etwas berappelt. Letztlich standen unterm Strich aber trotzdem leichte Verluste. Auch die Freude über das Absatzplus des weltgrößten Autokonzerns General Motors auf seinem Heimatmarkt wehrte nicht allzu lange.

HB NEW YORK. Neue Verluste an vielen asiatischen und europäischen Börsen haben die Nervosität an der Wall Street weiter aufrecht gehalten. Viele Anleger stießen ihre Papiere ab und setzten auf sicherere Anlageformen wie Staatsanleihen. Der steigende Yen gab Händlern zusätzlich Anlass zur Sorge, die Auflösung so genannter Carry Trades in den USA könne einen weiteren Aktienmarktabsturz zur Folge haben. Lediglich eine unerwartet robuste Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes und ein Kurssprung des Börsenschwergewichts General Motors verhalfen den Indizes vorübergehend zu einem kurzen Auftrieb.

Der Dow-Jones-Index schloss 0,28 Prozent schwächer bei 12 234 Zählern. Im Handelsverlauf hatte er sich zwischen 12 059 und 12 289 Punkten bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,26 Prozent auf 1403 Stellen. Die US-Technologiebörse Nasdaq gab 0,49 Prozent auf 2404 Punkte nach.

„Bis vor kurzem waren die Leute bereit, auf Risiko zu setzen“, sagte Analyst Bob Millen vom Finanzhaus Jensen Investment Management. Nun würden Anleger vorsichtiger vorgehen. Ed Walczak von Vontobel Asset Management gewann der Entwicklung auch etwas Positives ab: „Viele sind an der Börse trotz Risikos bisher gut davon gekommen. Nun bin ich ehrlich gesagt froh darüber, denn es ist nur eine gesunde Korrektur.“

Ein Kurssturz an der Schanghaier Börse hatte am Dienstag weltweit für Verunsicherung bei den Anlegern gesorgt und zu den größten Verlusten seit 2001 geführt. US-Notenbankchef Ben Bernanke bezeichnete die panikartigen Verkäufe jedoch als unbegründet. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sprach am Donnerstag ebenfalls nur von einer Korrektur. Es handle sich nicht um eine grundlegende Änderung des Markttrends.

Dennoch hielten sich Sorgen vor einem weiteren Kursrutsch - auch wegen der so genannten Carry Trades. Dabei leihen sich Anleger Geld in niedrig verzinsten Währungen wie dem Yen und legen die Mittel in Hochzinswährungen wie Euro oder Dollar an. Werden solche Positionen aufgelöst, führt dies automatisch zum Abfluss von Kapital aus dem Euro- und Dollar-Raum, was auch die Aktienmärkte trifft.

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