Marktüberblick
Investoren verschmähen Anleihen aus Portugal und Irland

Die Liquididät in den Märkten treibt sowohl den Dax als auch Ölpreis auf ein neues Jahreshoch. Auch Gold erreicht abermals einen Rekordpreis. Die Investitionsfreude der Anleger kennt auch Grenzen: Riskante Bonds aus Irland oder Portugal werden gemieden.
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FRANKFURT.Wer in diesen Tagen aus den Märkten schlau werden will, hat es schwer. Wenn Aktienkurse steigen, heißt das üblicherweise, dass die Investoren wieder risikofreudiger sind. Passend dazu markierte der Deutsche Aktienindex (Dax) gestern mit 6 811 Punkten den höchsten Stand seit Juni 2008. Mangels Unterstützung von der Wall Street bröckelten die Gewinne später etwas ab, der Dax schloss aber mit 6788 Punkten noch 0,6 Prozent im Plus. Auch andere europäische Märkte legten kräftig zu. Neuen Schub erhielten die Aktien vor allem durch die Quartalsberichte. So setzte sich die Post-Aktie nach guten Zahlen mit einem Plus von gut vier Prozent an die Dax-Spitze. Die Heidelberg-Cement-Aktie profitierte von guten Ergebnissen des irischen Konkurrenten CRH.

Gleichzeitig war aber auch die Krisenwährung Gold gefragt. Sichere Bundesanleihen hielten sich mit einer Rendite von 2,4 Prozent stabil. Der Preis für eine Feinunze Gold, der am Vortag erstmals die Rekordmarke von 1 400 Dollar überwunden hatte, stieg gestern weiter auf 1 424 Dollar. Auf ein 30-Jahreshoch stieg mit 28,90 Dollar je Feinunze der Silberpreis. Auf ein Zweijahreshoch schaffte es zudem der Ölpreis der US-Sorte WTI, der in der Spitze auf knapp 87,70 Dollar je Fass stieg.

Die Erklärung dafür, dass alle Märkte gleichzeitig boomen, ist die Liquidität, die vor allem durch die US-Notenbank Fed ins System gepumpt wird. Als Zusatzargument für die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Bundesanleihen und Gold gilt zudem die sich seit Wochen verschärfende Krise der schwachen Euro-Länder.

Gestern konzentrierte sich die Nervosität der Anleger vor allem auf Portugal. Die Regierung in Lissabon braucht noch keine Hilfskredite und will heute Anleihen mit einer Laufzeit von sechs und zehn Jahren aufstocken. Sicher ist schon jetzt, dass dies teuer wird. Die Rendite der zehnjährigen portugiesischen Staatsanleihen stieg gestern auf bis zu 6,9 Prozent – und markierte damit erneut ein Rekordhoch seit der Einführung des Euros. Das gilt auch für Irlands Anleihen, deren zehnjährige Rendite zuletzt auf bis zu 7,7 Prozent anzog.

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  • Daß Deutschland für die Südländer zahlen muß, ist klar. Das ist der Preis für die ständige Ausweitung des deutschen Exports in den letzten 10 Jahren. Die subventionierte deutsche Exportwirtschaft sahnt ab, der Staat muß die Zeche zahlen. SO will die wirtschaft es ja haben. Wir werden also über den staatshaushalt zahlen, denn es wird geld nach Griechenland u.a. fließen bzw. die kreditausfälle müssen wir zahlen. Daraus ist ersichtlich, daß wir uns mit dem aufgedrängten Exportwahn selbst betrügen- mit ausnahme der Aktionäre und Unternehmer der Exportindustrie, die kassieren, die machen ein bombengeschäft. Der staat und die beschäftigten machen ein Monkey business.

  • Die (halbkriminelle) Europäische Zentralbank kauft die Schrottpapiere aus irland und den Südstaaten unter schwerpunktmässiger belastung Deutschlands auf. Geschätzte 100 Milliaren Euro sind auf diese Weise schon verblasen worden. Da die Papiere uneinbringlich sind, wird Deutschland auch das noch zum grossen Teil bezahlen müssen.

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