McDonald's-Anleihen
EZB lockt den Fast-Food-Riesen

Die EZB hat angekündigt, von Juni an auch Anleihen von Unternehmen kaufen zu wollen. Das veranlasst den Fast-Food-Riesen McDonald's dazu, seine ersten Euro-Bonds seit fast einem Jahr zu platzieren.

Düsseldorf/FrankfurtDer Fast-Food-Riese McDonald's will seine ersten Euro-Bonds seit fast einem Jahr auf dem Markt platzieren. Laut Insiderinformationen, die der Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegen, will der Konzern Papiere mit Laufzeiten bis Januar 2021, November 2023 und Mai 2028 anbieten. McDonald's erzielt zwei Drittel seiner Einnahmen außerhalb der USA und hat Anleihen auf dem europäischen Markt zuletzt im Mai 2015 platziert.

Eurobonds sind Anleihen mittlerer und längerer Laufzeit, die für den internationalen Kapitalmarkt (Euro-Markt) platziert werden und von einem anderen Land emittiert werden als dem Land, aus dem die Währung stammt, in der sie aufgelegt werden.

Hintergrund: Im Juni nimmt die Europäische Zentralbank (EZB) auch Zinspapiere von Unternehmen in ihr Kaufprogramm auf. Mit den Käufen will sie die Renditen weiter drücken und so die Kreditvergabe und damit Wirtschaft und Inflation ankurbeln. Vergangene Woche hat EZB-Chef Mario Draghi dazu mehr Karten auf den Tisch gelegt – und Analysten sind verblüfft.

Besonders überraschend ist, dass sich die EZB nicht auf Anleihen von Unternehmen aus dem Euro-Raum beschränkt. Die Bonds mit Laufzeiten zwischen sechs Monaten und knapp 31 Jahren müssen zwar auf Euro lauten. Wenn aber die Unternehmen Töchter im Euro-Raum haben, können auch deren Bonds von den Notenbankern gekauft werden. Dabei kann die EZB theoretisch bis zu 70 Prozent eines Bonds kaufen.

Draghis Einkaufsliste für potenzielle Firmenbonds ist auffallend lang. Auf rund 820 Milliarden Euro schätzt HSBC die möglichen Käufe. Das ist fast doppelt so viel, wie Experten ursprünglich erwartet hatten. Wie viele der monatlichen EZB-Käufe von insgesamt 80 Milliarden Euro auf Firmenbonds entfallen werden, steht noch nicht fest. Die Banken Barclays und die ING haben jedoch ihre Prognosen von fünf auf zehn Milliarden Euro erhöht.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
Anis Micijevic ist freier Journalist und schreibt für Handelsblatt Online. Quelle: Armin Dahl / Handelsblatt Online
Anis Micijevic
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