Mehr Zeit
Griechenland erwägt Streckung von Kurzfrist-Anleihe

Um bei den laufenden Verhandlungen über eine weitere Hilfstranche mehr Zeit zu gewinnen, erwägt Griechenland einem Medienbericht zufolge, kurzfristige Anleihen in längerfristige Papiere zu tauschen.
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BerlinGriechenland und seine internationalen Geldgeber erwägen einem Magazinbericht zufolge die Streckung kurzfristiger Anleihen, um notfalls mehr Zeit für die laufenden Verhandlungen über die Auszahlung einer neuen Hilfstranche zu gewinnen. Der "Focus" berichtete am Samstag vorab unter Berufung auf mehrere nicht genannte Quellen, gegebenenfalls sollten am 16. November auslaufende so genannte "T-Bills" im Volumen von drei Milliarden Euro mit Einverständnis der Europäischen Zentralbank (EZB) verlängert werden. Ansonsten drohe die Zahlungsunfähigkeit.

Das Land hatte Mitte August dreimonatige Geldmarktpapiere (T-Bills) im Volumen von insgesamt rund fünf Milliarden Euro vornehmlich an griechische Banken verkauft, um sich kurzfristig Luft zu verschaffen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte vergangene Woche angedeutet, bei der kurzfristigen Finanzierung Griechenlands könnten sicherlich Lösungen gefunden werden.

Zurzeit verhandelt die Regierung in Athen mit der EU, der EZB und dem IWF über die Auszahlung einer Tranche von 31,5 Milliarden Euro aus dem insgesamt 130-Milliarden Euro schweren Hilfsprogramm. Die Gespräche sollen möglichst bis zum nächsten Treffen der Euro-Finanzminister am 12. November abgeschlossen werden. Danach könnte sich der Prozess zur Bewilligung der Tranche aber noch hinziehen, weil unter anderem die Bundesregierung grünes Licht vom Bundestag einholen muss.

 


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • GR aktuell 04.11.2012
    Die Chefs von 2 Firmen, die Energieversorger Hellas Power und Energa, sollen Gelder i.H.v. 200 Mio und 152 Mio (z.B.) unterschlagen haben und vorsichtshalber schon einmal einen Staatsanwalt bestochen haben, bis die Zeitung „Proto Thema“ Untersuchungen eingeleitet hat.
    Die Herren fielen auf, weil sie in einschlägigen Lokalen mehrmals Rechnungen von um die 80.000 Euro machten, sich anschließend einen Jet nach Paris bestellten etc. etc. Jetzt ermittelt ein Staatsanwalt – ein anderer hoffentlich. Die bisher ermittelten Betrugsummen sind übrigens nur vorläufig – es kann durchaus noch mehr hinzukommen.

  • GR aktuell, 04.11.12
    Teil 2
    Heute erfuhr ich auch noch von weiteren Zulagen, über die bisher nicht gesprochen wurde. Es gibt diverse davon, sie werden 1x jährlich ausgezahlt und jede einzelne von ihnen beträgt 500-600 €.
    Das Geld in GR ist inzwischen so knapp und die „Verhandlungsposition“ ist so „eng“ geworden, dass Samaras auch die Gehälter seiner Wähler zur Disposition stellen muss. Die Troika verlangt es.
    Es ist das Letzte, was er in der Hand hat, danach sind seine Hände leer und er ist zum Abschuss freigegeben. Das gilt natürlich nicht nur für ihn, sondern für die ganze Koalition. Deshalb wehren sich alle so dagegen.
    Jetzt rächst sich, dass sie das Volk so dumm gehalten haben. Das Volk oder zumindest ein sehr großer Teil davon glaubt nämlich tatsächlich, bei den hohen Gehältern und den vielen Zulagen handele es sich um erkämpfte arbeitsrechtliche Errungenschaften, quasi also Gewerkschaftserfolge. Niemand hat hier je von der griechischen Produktivität gesprochen… das hat man wohlweislich bleiben gelassen.

    Dann hoffe ich mal, dass die ganze Sache dank der vielen Streiks endlich bald zuende ist - zum Wohle des griechischen Volks, das diesen Zustand nicht mehr lange aushalten kann.

  • GR aktuell, 04.11.12
    Soeben melden die griechischen Nachrichten, dass die Gewerkschaften GSEE und ADEDY der DEKO-Beamten zum Streik aufgerufen haben. Gestreikt werden soll ab morgen, Montag, für 1 Woche. Nur an 1 Tag innerhalb dieser Woche soll gearbeitet werden - am Mittwoch.
    Zur Unterstützung kommen am Montag für 24 Std. die Taxifahrer hinzu, die ärztliche Versorgung am Montag und Dienstag, ebenso die Presse einschl. der Zeitungsverkäufer sowie die Rechtsanwälte. Die Banken streiken am Montag und Dienstag.
    Dienstag und Mittwoch streikt die Bahn.
    DEKO-Beamte sind übrigens all diejenigen, die nicht in einer Verwaltung arbeiten, z.B. sind DEKO-Beamte die Beschäftigten im Hafen, bei Bus, Bahn, U-Bahn, bei den Energieversorgern etc.
    Es sind diejenigen mit den Spitzengehältern.
    Ende Teil 1

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