Mexikanische Staatsanleihe
100-Jährige als sicherer Hafen

Mexiko hat hat den Ausverkauf an den Finanzmärkten in der vergangenen Woche umschifft. Kein Wertpapier macht dies so deutlich wie die 100-jährige Anleihe des Landes. Warum der langfristigste Bonds der Welt punktet.
  • 0

Während es bei den Anleihen risikoreicherer Schwellenländer von Venezuela bis hin zu Argentinien zu Verlusten kam, haben sich Mexikos Papiere mit Investment-Grade-Einstufung als sicherer Hafen entpuppt. Dahinter dürften die Öl-Reformen des Landes sowie die engen wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA stehen. Vor allem letzteres macht Mexiko weniger anfällig für eine Verlangsamung der Weltkonjunktur.

Die 2,68 Milliarden Dollar umfassenden 100-Jahre-Anleihen haben es diesen Monat bis 16. Oktober auf einen Ertrag von 5,6 Prozent gebracht. Das half, mexikanische Dollar-Bonds zum Top-Gewinner unter Schwellenländern zu machen.

Angesichts einer schwachen Weltkonjunktur haben Investoren zuletzt ihre Erwartungen für einen Zinsanstieg in den USA nach hinten verschoben. Im selben Atemzug steigt die Nachfrage nach besser bewerteten, länger laufenden Anleihen wie jene aus den USA und Mexiko. Sie reagieren sensibler auf Veränderungen der Zinsen als Kurzläufer.

Mexiko profitiert letztlich auch von Anlegern, die mit dem Kauf der Papiere des Landes auf die Öffnung der mexikanischen Ölbranche für ausländische Investments erstmals in sieben Jahrzehnten setzen wollen.

„Mexikos 100-Jahre-Anleihe ist einer der größten Nutznießer fallender Renditen von US-Treasuries, weil ihre Laufzeit eine der längsten auf dem Markt ist”, sagt David Oliver, Geld-Manager bei Stone Harbor Investment Partners.

„Bei Mexiko geht es um fundamentale Reformen. Das ist interessant und hält Mexiko aus den Schreckens-Schlagzeilen heraus.” Weltweit haben Aktienmärkte im Oktober rund 3,3 Billionen Dollar an Bewertungen eingebüßt. Dahinter standen die Sorgen über eine Abschwächung der Weltkonjunktur.

Kommentare zu " Mexikanische Staatsanleihe: 100-Jährige als sicherer Hafen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%