Mindeststandards
Pfandbriefbanken setzen sich neue Regeln

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) macht Fortschritte bei der Einführung ergänzender Regeln für das Market Making bei Jumbo-Pfandbriefen. Auf der Jahrespressekonferenz zeigte sich Verbandspräsident und Eurohypo-Vorstand Henning Rasche gestern zuversichtlich, dass die erweiterten Regeln noch in diesem Jahr festgeschrieben werden.

HB FRANKFURT. Pfandbriefe sind großvolumige, mit Staatskrediten oder Hypotheken gedeckte Anleihen. Beim so genannten Market Making müssen die Konsortialbanken den Investoren und auch sich untereinander An- und Verkaufskurse in engen Spannen stellen. Für die Jumbos der angeschlagenen Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) stellen sich Banken indes seit Oktober untereinander keine Kurse mehr. Auslöser dafür waren Ängste, dass die AHBR in Konkurs gehen könnte. „Dadurch sind Zweifel an der für den Jumbo-Pfandbrief so bedeutenden Liquidität aufgekommen“, sagte Rasche.

Der VDP schlägt deshalb Änderungen der Mindeststandards für Jumbo-Pfandbriefe vor, die jetzt mit allen Marktteilnehmern diskutiert werden. Dabei geht es im Kern um drei Punkte: Die Banken sollen offiziell mitteilen, wenn sie das Market Making für einen Emittenten einstellen. Außerdem sollen Wege gefunden werden, wie die Kursstellung schnell wieder aufgenommen werden kann. Schließlich sollen die Banken gesonderte Kreditlinien für Pfandbriefe vorhalten und sie nicht mit den ungesicherte Anleihen eines Emittenten zusammenrechnen, weil Pfandbriefe auf Grund ihrer gesetzlich geregelten Deckung besonders sicher sind.

Schon jetzt würden sich die Marktteilnehmer nach der intensiven Diskussion bei einer ähnlichen Krise voraussichtlich anders verhalten als im Fall der AHBR, betonte Rasche. Diese gehört inzwischen dem Finanzinvestor Lone Star, der das Institut radikal umbauen und verkleinern will.

Die im VDP zusammengeschlossenen Häuser – vor allem Hypothekenbanken – haben zusammen Pfandbriefe über 669 Mrd. Euro ausstehen und damit 69 Prozent aller deutschen Pfandbriefe. Der frühere Verband deutscher Hypothekenbanken hat sich geöffnet und will alle Pfandbriefhäuser vertreten. Im vergangenen Jahr gewann er sechs neue Mitglieder, darunter die Landesbank Baden-Württemberg. Mit weiteren Emittenten aus dem öffentlich-rechtlichen Lager gebe es Gespräche über einen Beitritt, sagte VDP-Hauptgeschäftsführer Louis Hagen. Die Mitgliedsinstitute des VDP haben im vergangenen Jahr neue Kredite über insgesamt 174 Mrd. Euro zugesagt – 20 Prozent mehr als 2004. Rasche bezweifelt aber, dass sich das Wachstum in diesem Tempo fortsetzt. cü

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