Mitte März geriet die gesamte Branche unter Druck
Autoanleihen gelten noch als zu teuer

Analysten halten Autoanleihen auf Grund der Turbulenzen um die US-Konzerne General Motors (GM) und Ford für unattraktiv. Bislang hat nur die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) die Bonität von GM und Ford auf Non-Investment-Grade, also auf Ramschniveau, gesenkt. Analysten erwarten aber, dass Fitch und Moody’s nachziehen werden.

FRANKFURT/M. „Die Unsicherheit wird anhalten und die Kurse am Gesamtmarkt drücken“, sagt Bernhard Jeggle, Analyst für Autoanleihen bei der Landesbank Baden-Württemberg. Auch andere Banker meinen, dass neue negative Nachrichten für GM und Ford die ganze Branche belasten werden. Für Anleger, die Anleihen bis zur Fälligkeit halten, könnte es sich deshalb lohnen, auf niedrigere Kurse und höhere Renditen zu warten.

Mitte März geriet die gesamte Branche unter Druck, als sich abzeichnete, dass GM und Ford auf Ramschniveau herabgestuft werden. Die Risikoaufschläge von auf Euro lautenden Autoanleihen sind im Vergleich zu Staatsanleihen auf durchschnittlich 2,4 Prozentpunkte und damit dramatisch gestiegen. Davon entfällt heute allerdings ein Großteil nur noch auf die Anleihen von GM und Ford. Die Bonds anderer Autokonzerne haben sich schon wieder deutlich erholt.

So liegen die Renditen von Autobonds mit Ratings im Investment-Grade, wie sie zum Beispiel die Papiere von Daimler-Chrysler, Peugeot und BMW aufweisen, derzeit kaum noch über den extrem niedrigen Ständen von Anfang März. „Anleihen von Autokonzernen mit guten Ratings sind zu teuer“, sagt Cor Moons, Fondsmanager beim niederländischen Vermögensverwalter F&C. Denn im Prinzip leide die gesamte Branche unter ähnlichen Problemen wie Überkapazitäten und schrumpfenden Margen. Außerdem sei der Sektor stark zyklisch und hänge an der Konjunkturentwicklung. Moons fürchtet deshalb, dass mittelfristig auch die Kurse von anderen Autoanleihen fallen und ihre Renditen steigen werden. „Denn die Tatsache, dass selbst große Konzerne wie GM und Ford ihre guten Ratings verlieren können, hat Investoren wieder bewusst gemacht, dass es bei Unternehmensanleihen Risiken gibt“, sagt Moons.

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