Mittelstandsanleihen
Golden Gate markiert Pleite Nummer 23

Der Insolvenzantrag flatterte dem Münchner Amtsgericht bereits ins Haus. Seit Donnerstag ist der Immobilienentwickler Golden Gate zahlungsunfähig. Gläubiger bangen jetzt um die Rückzahlung der 30-Millionen-Euro-Anleihe.
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DüsseldorfMit dreieinhalb Jahren Laufzeit ist der Minibond der Golden Gate GmbH ein Kurzläufer unter den Mittelstandsanleihen. Am 11. Oktober wäre die letzte Kuponzahlung fällig gewesen, 6,5 Prozent auf den Nennwert – plus die Rückzahlung der Anleihe. Insgesamt hätten knapp 32 Millionen Euro an Anleger zurück fließen sollen.

Dazu wird es nun aber offenbar nicht kommen. Denn wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet hatte, musste das Unternehmen, das Gesundheits- und Wohnimmobilien entwickelt, wenige Tage vor Fälligkeit der Anleihe beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag stellen. Geplant ist nun offenbar eine Sanierung in Eigenverwaltung.

Golden Gate sei insolvenzrechtlich überschuldet und zahlungsunfähig, wird der aktuelle Geschäftsführer Hans Volkert Volckens im Zeitungsbeitrag zitiert. Der Berater folgt auf den bisherigen Geschäftsführer Uwe Rapold, der seine Ämter am vergangenen Donnerstag niederlegt hatte.

Glaubt man Volckens Aussagen, ist Golden Gate offenbar das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus in Leipzig zum Verhängnis geworden. Pläne für eine Fachklinik hätten sich vor längerer Zeit zerschlagen. Ein neues Konzept habe sich so schnell nicht realisieren lassen.

Was die Anleihegläubiger angeht, wird die Gesellschaft ihnen wahrscheinlich im Rahmen einer Gläubigerversammlung einen Restrukturierungsplan vorlegen. Klaus Nieding, Vorstand der Rechtsanwaltsaktiengesellschaft Nieding+Barth, rät Anlegern nun, ihre Interessen zu bündeln. Dies sei der „einzige erfolgversprechende Weg, das Anlegerkapital wenigstens zum Teil zu retten.“

Mit der Golden Gate GmbH hat der 23. Emittent einer Mittelstandsanleihe Insolvenz angemeldet. Die 27. Mittelstandsanleihe droht damit auszufallen. Wenige Tage zuvor hatte das Amtsgericht Düsseldorf auch das Insolvenzverfahren gegen den Telefondienstleister Mox Telecom eröffnet.

Golden Gate ist allerdings das erste Unternehmen, das an der Rückzahlung der Anleihe gescheitert ist. Gerade erst hat das Ratingunternehmen Scope „steigende Refinanzierungsrisiken bei deutschen Mittelstandsanleihen“ festgestellt. Bis 2018 würden im deutschen Mittelstandssegment Anleihen mit einem Volumen von insgesamt 5,4 Milliarden Euro fällig. Die Agentur rechnet mit weiteren Ausfällen.

Sara Zinnecker
Sara Zinnecker
Handelsblatt online / Redakteurin

Kommentare zu " Mittelstandsanleihen: Golden Gate markiert Pleite Nummer 23"

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  • Golden Gate klingt wie Rocket Internet oder Zalando.

    :-) Irgendwie landen meistens Firmen mit so coolen Namen in der Insolvenz. War 2001 so und wird auch wohl immer so bleiben.

    VG
    Marvel

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