Mittelstandsanleihen

Höhere Standards für die Kleinen

Mittelständler müssen inzwischen bei der Emission von Anleihen schärfere Vorschriften erfüllen. Anleger profitieren vor allem von der höheren Transparenz.
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Die Börsen stellen inzwischen höhere Anforderungen an die Anleihen mittelständischer Unternehmen. Quelle: dpa

Die Börsen stellen inzwischen höhere Anforderungen an die Anleihen mittelständischer Unternehmen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Börse München betritt den Markt für Mittelstandsanleihen und setzt sofort ein Zeichen. Über ein Jahr nach seiner Gründung wird das Segment Maccess-Bonds jetzt mit Leben erfüllt: Der Internetdienstleister Poster XXL begibt hier derzeit den ersten Bond. Mit dem Debüt rücken auch die besonderen Vorschriften ins Blickfeld.

So verlangt München das im Vergleich zu allen anderen Börsen höchste Mindestrating mit BB+. Auch müssen sich Emittenten jährlich auf einer Analystenveranstaltung präsentieren. Auch die anderen Börsenplätze haben in den vergangenen Wochen ihre Regeln überarbeitet. Sie reagieren damit auf die ersten drei Insolvenzen, die den noch jungen Markt in diesem Jahr erschüttert haben.

„Die Börsen wollen verhindern, dass das Mittelstandssegment in Verruf gerät, denn ihre Einnahmen hängen am stetigen Handel", sagt Thomas Reifert, Experte für Unternehmensfinanzierung bei PKF Fasselt Schlage. Börsenbetreiber mit unterschiedlichen Vorstößen. Mittelstandsanleihen sind Bonds im Volumen um die 50 Millionen Euro. Sie werden vornehmlich von Kleinanlegern und Vermögensverwaltern gekauft.

13 Emissionen gab es bisher in diesem Jahr. Mit Poster XXL sind bald 52 Mittelstandsanleihen an den entsprechenden Segmenten der Börsen Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg-Hannover, München und Stuttgart notiert. Da die Emittenten häufig Neulinge am Kapitalmarkt sind, kamen die Börsen ihnen bisher mit geringen Transparenzauflagen entgegen.

Doch inzwischen hat ein Umdenken eingesetzt: Ein Mindestrating verlangt, neben München, zwar nur Düsseldorf, dafür schreibt Frankfurt jetzt explizit vor, dass die Emittenten ununterbrochen über ein Rating verfügen müssen. Beim inzwischen insolventen Windanlagenbauer Siag war das Rating nur vorläufig und wurde kurz nach der Emission aberkannt, ohne dass viele Investoren dies merkten.

Mehr Transparenz kommt gut an
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