Mittelstandsanleihen
Kaum ein Unternehmen wagt sich an den Markt

Der Markt für Mittelstandsanleihen läuft schleppend. Wegen der unsicheren Lage verlangen Investoren höhere Zinsen. Für viele Unternehmen ist damit die Schmerzgrenze erreicht.
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FrankfurtDie jüngsten Börsenturbulenzen strahlen auch auf das noch junge Marktsegment für Mittelstandsanleihen aus. Nachdem es im Juli und August wie mehr oder weniger erwartet aufgrund der Ferienzeit keine Emissionen gab, läuft das Geschäft am sogenannten Primärmarkt nur langsam wieder an. Bastei-Lübbe ist seither erst das vierte Unternehmen, das eine Anleihe über ein spezielles Börsensegment für Mittelstandsanleihen begibt.

Die Kurse der bisherigen Mittelstandsanleihen sackten zudem mehrheitlich ab und die sich umgekehrt entwickelnden Renditen stiegen. Diese höheren Renditen müssen die Unternehmen nun auch für neue Anleihen bieten. Das bedeutet, die Kupons steigen.

Seit Ende September läuft im Düsseldorfer Börsensegment „Mittelstandsmarkt“ die Zeichnungsperiode für eine Anleihe von Procar Automobile. Insgesamt 30 Millionen Euro will der BMW-Händler aus dem Ruhrgebiet einsammeln, um einen Bankkredit abzulösen und Mittel für Zukäufe zur Verfügung zu haben. Begleitet wird die Emission von der Bank Close Brothers Seydler (CBS), die bei Investoren vorgefühlt und schon vorab für die Hälfte des Emissionsvolumens mündliche Zusagen erhalten hatte.

Damit sind die Aussichten für die Emission besser als bei GIF. Der Automobilzulieferer, der sich nach der Sommerpause als Erster an den Markt wagte - ebenfalls in Düsseldorf -, übernahm die Vermarktung selbst. Von den geplanten 15 Millionen wurden während der zweiwöchigen Börsen-Zeichnungszeit nur rund 800.000 Euro eingenommen. Nun läuft die Nachplatzierung, wo GIF noch einmal gezielt Investoren anspricht und jeder die Anleihe über die Unternehmenshomepage zeichnen kann.

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