Monsanto-Übernahme

Mit diesem Chart will Bayer punkten

Um die Übernahme des Saatgut-Herstellers Monsanto zu stemmen, muss Bayer Milliarden neue Schulden machen. Analysten sind besorgt. Das Geld kommt von Banken – aber nicht von der Deutschen Bank.
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Was will Bayer mit Monsanto?

Was will Bayer mit Monsanto?

Frankfurt/DüsseldorfUmgerechnet mehr als 55 Milliarden Euro bietet der Leverkusener Bayer-Konzern für Monsanto: Es soll die größte Firmenübernahme einer deutschen Firma im Ausland werden. Ausgetüftelt hat den Deal der bisherige Finanzvorstand und mittlerweile als Vorstandschef arbeitende Werner Baumann. Ein Mann also, der sich mit Börse, Krediten und Finanzierung auskennt.

Dennoch verblüfft die Höhe des Angebots viele Investoren. Die Aktie steht unter Druck und auch die Ratingagenturen sind wegen der voraussichtlich steigenden Verschuldung aufgeschreckt. Der Kurs einer bis 2021 laufende Bayer-Unternehmensanleihe ist seit Bekanntwerden der ersten Übernahmegerüchte von 107,5 auf 106,1 Prozent gefallen.

Historischer Vergleich: Nettoverschuldung („Net Debt“) im Verhältnis zum Gewinn vor Steuern und Abschreibungen der vergangenen zwölf Monate („LTM EBITDA Multiple“).
Bayer-Schuldenabbau in der Vergangenheit

Historischer Vergleich: Nettoverschuldung („Net Debt“) im Verhältnis zum Gewinn vor Steuern und Abschreibungen der vergangenen zwölf Monate („LTM EBITDA Multiple“).

Und das ist ein Grund, weshalb Baumann am Montag in einem Handout für Presse und Investoren unter anderem den Chart oben zeigen lässt. Die Balken sollen zeigen, wie schnell Bayer in der Vergangenheit nach Übernahmen die eigene Verschuldung abbauen konnte. Die Nettoverschuldung („Net Debt“) im Verhältnis zum Gewinn vor Steuern und Abschreibungen der vergangenen zwölf Monate („LTM EBITDA Multiple“) sei jeweils innerhalb weniger Jahre deutlich reduziert worden.

Bayer will die Monsanto-Transaktion zu einem Viertel mit eigenen Mitteln finanzieren, der größte Teil davon soll durch eine Kapitalerhöhung zusammenkommen. Bisherige Aktionäre müssen also eine Verwässerung ihrer Anteile in Kauf nehmen. Den Rest der 55 Milliarden Euro stemmt Bayer aber über Fremdkapital, also Kredite.

Man sei zuversichtlich, die Finanzierung zu stemmen, heißt es bei Bayer. Man setze dabei auf die Expertise der beratenden Banken Credit Suisse sowie Bank of America Merrill Lynch (BofAML), deren Aufgabe es sein werde, die Milliarden zu beschaffen beziehungsweise bereit zu stellen. Die Einnahmen aus dem laufenden Geschäft der fusionierten Einheiten werde dazu beitragen, die Verschuldung rasch abzubauen. „Von den finanzierenden Banken haben wir entsprechende Absichtserklärungen erhalten“, hat Bayer an Monsanto-Chef Hugh Grant geschrieben.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Finanzkreisen hat Bayer die Offerte schon seit Monaten vorbereitet. Die Finanzierung sei seitens der Investmentbanken durchgeplant und werde die ganze Palette der Finanzmarktinstrumente abdecken, angefangen von einem syndizierten Kredit bis hin zu Anleihen. Bei einem syndizierten Kredit werden einzelne Tranchen einer Finanzierung an andere Banken weitergereicht, um sich das Risiko unter mehreren Instituten aufzuteilen.

Die beratenden Investmentbanken dürften einen dreistelligen Millionenbetrag an Gebühren einsammeln, meinte ein Insider. Das mehrere Dutzend Experten umfassende Team der Bank of America Merrill Lynch wurde vom M&A-Strategen Holger Bross angeführt.

Bayer-Chef Baumann: „Vollkommen überzeugt von unserer Offerte“
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  • Sehr lustig Herr Troll,

    doch wer das Original kennt, der weiss, das um diese Zeit nur noch der Troll etwas schreibt, denn der hat nichts besseres zu tun.

  • Wer wie ich seit ca.60 Jahren in Aktien investiert ist, der kann über solche Meldungen nur schmunzeln.
    Die Anlage in Aktien ist alternativlos, aber natürlich nur in den internationalen Prämiumaktien.
    Nur wer Verluste realisiert der macht Verluste.
    Bei Schwäche immer nachkaufen und sich an der Dividende erfreuen.

  • Wer wie ich seit ca.50 Jahren in Aktien investiert ist, der kann über solche Meldungen nur schmunzeln.
    Die Anlage in Aktien ist alternativlos, aber natürlich nur in den internationalen Prämiumaktien.
    Nur wer Verluste realisiert der macht Verluste.
    Bei Schwäche immer nachkaufen und sich an der Dividende erfreuen.


  • Wer bei den gigantischen Staatsverschuldungen erkannt hat, dass Geld nichts mehr wert ist und dieses stetig und flugs in Sachwerte, wie Gold, Immobilien und Unternehmensbeteiligungen (Aktien) umtauscht, hat verstanden, dass auch Unternehmen so handeln müssen.

    Ich stehe als Kleinaktionär der Bayer AG daher völlig hinter dem Kaufangebot.

    Und letztlich bleibt es dem neuen Eigentümer überlassen, ob er den schlechten Ruf des alten Eigentümers übernehmen will, oder diesen Ruf verbessert, damit der neben Pharmaprodukten wie Aspirin, usw., bestehen kann.

  •  Mich interessieren keine " Argumente " von Öko-Heinis oder ewig gestrigen TTIP-Gegnern. Sonst noch Fragen ? Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • @ Ralph S.

    Lediglich eine betriebswirtschaftliche Determinate ins Feld zu führen ist ein bisschen schwach.

    Meiner Ansicht nach überwiegen die ökonomischen Risiken, mal ganz abgesehen vom Imageverlust ...

  • Von dem Bayer-Management ist der Deal vor dem Hintergrund der günstigen Finanzierung zeitlich perfekt terminiert. Wann konnte man an Fremdkapital in dieser Größenordnung schon mal so günstig herankommen.

  • Mit Monsanto sind auch viele juristische Probleme verbunden, vom Image mal ganz abgesehen. Da kann man nur fuer Bayer nur hoffen das der Deal nicht zustande kommt. Eigentlich erschreckend das die Manager bei Bayer sowas nicht selbst erkennen.

  • @ Peter T. Kroeger

    Richtig, wieso will sich Bayer ausgerechnet ein derart in der Kritik stehendes Unternehmen wie Monsanto unter den Nagel reißen und sich dabei womöglich noch einen Bruch heben, wenn Renditen anderweitig einfacher zu realisieren sind. Mal ganz abgesehen vom Imageverlust und in der Folge ewigem, auch juristischem Ärger in den USA ... ?!?

    +++ TTIP verhindern +++ Stoppt TTIP +++ TTIP verhindern +++ Stoppt TTIP +++

  • Ich halte den Kauf eines Unternehmens das wirtschaftlich davon abhängig ist, Patente auf Naturpflanzen zu beantragen um dann damit weltweit Kleinbauern zu erpressen für hinreichend ethisch unvertretbar und in geringem Ausmaß für nachhaltig als Geschäftsmodell. Bayer geht mit dem Kauf von Monsanto daher für mich ein viel zu hohes Risiko ein.

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