Moody's-Liste
Hunderten US-Firmen droht die Pleite

Die Ratingagentur Moody's schlägt Alarm für "Corporate America". Nach aktuellen Analysen stehen Hunderte amerikanischer Firmen vor einer Pleite. Insgesamt 283 US-Unternehmen hat Moody's aufgelistet, die wegen schwacher Ratings kaum noch Kredite bekommen. Darunter befinden sich auch prominente Großkonzerne.

FRANKFURT. Die Zahl der US-Firmen, die akut von einer Pleite bedroht sind, ist drastisch gestiegen. Die Ratingagentur Moody's hat 283 amerikanische Unternehmen aufgelistet, die ganz besonders schwache Bonitätsnoten haben und kaum noch Kredite bekommen. Die jetzt erstmals aufgelisteten Unternehmen haben Ratings von höchstens "B3" und dazu einen negativen Ratingausblick. Die Firmen machen fast ein Viertel der US-Schuldner aus, die Moody's ohnehin als schwache Kreditnehmer mit Ratings im Bereich Non-Investment-Grade einstuft. Vor zwei Jahren betrug der Anteil der besonders großen Wackelkandidaten lediglich neun Prozent.

Zu den extrem gefährdeten Firmen gehören neben General Motors und Ford auch der US-Autokonzern Chrysler, der Fotokonzern Eastman Kodak und der Autozulieferer Lear. Rund die Hälfte der aufgelisteten Unternehmen könnte laut Moody's innerhalb eines Jahres insolvent werden. Das deckt sich mit den regelmäßig veröffentlichten Ausfallprognosen der Ratingagentur, sorgte aber dennoch für Aufsehen. Wilhelm Zeller, Chef der Hannover Rück, sprach von einer "Todesliste". Mit Blick auf die aufgelisteten Unternehmen hätte die Hannover Rück im schlimmsten Fall indes nur Ausfälle von zehn Mio. Euro zu verzeichnen.

Eine spezielle Liste für Europa, wo der Anteil der Non-Investment-Grade Firmen viel geringer ist als in den USA, plant Moody's nicht. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) zählt dagegen schon lange die schwächsten Kreditnehmer auf, macht dies aber nur einem zahlungswilligen Kreis von Investoren zugänglich. S&P sieht derzeit 205 US-Firmen akut gefährdet. Auf der weltweiten S&P-Liste stehen 265 Unternehmen. Aus Deutschland sind darunter der Modekonzern Escada, ATU Auto-Teile Unger, die VAC Holding GmbH und der Folienhersteller Treofan.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
Markus Hennes
Markus Hennes
Handelsblatt / Teamleiter Sport
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