Moody's
Nächster Rating-Riese droht den USA

S&P hatte den USA die Bonitäts-Bestnote entzogen und damit die Turbulenzen an den Finanzmärkten weltweit verstärkt. Jetzt könnte alles noch viel schlimmer kommen. Auch Moody's denkt über eine Herabstufung nach.
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New YorkDie Ratingagentur Moody's beurteilt die Sparanstrengungen der USA skeptisch und hält eine Herabstufung vor dem Jahr 2013 für möglich. Dazu könne es kommen, wenn die Wirtschaft sich verschlechtere und der gegenwärtige Defizit-Plan keine glaubwürdigen Ergebnisse liefere, sagte Moody's-Analyst Steven Hess der Agentur Reuters. Es gebe Zweifel, dass die jetzt vom Kongress beschlossenen Haushaltskürzungen von 917 Milliarden Dollar langfristig durchzusetzen seien.

Die Entscheidung von vergangener Woche, die Bestnote „AAA“ für die USA beizubehalten, basiere auf der Annahme, dass bis 2013 weitere Schritte zur Senkung des Defizits folgten. Außerdem werde erwartet, dass sich die Wirtschaftserholung fortsetze. Der Anfang August erzielte Schuldenkompromiss sei zwar positiv für die Bewertung der weltgrößten Volkswirtschaft. Die geplante Senkung des Defizits um 2,1 Billionen Dollar reiche aber nicht aus, um einen stabilen Ausblick beizubehalten. Das „AAA“-Rating der USA hänge auch davon ab, ob die von Ex-Präsident George W. Bush eingeführten und 2012 auslaufenden Steuerkürzungen verlängert werden oder nicht.

Die Agentur S&P hat den USA dagegen die Bestnote am Freitag entzogen und mit dem Schritt die Turbulenzen an den Finanzmärkten weltweit verstärkt. Am Montag hat S&P auch das Rating für Behörden gesenkt, die mit langfristigen Krediten der US-Regierung in Verbindung stehen. Die staatlich geförderten US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac bekamen am Montag ebenso die Bestnote „AAA“ entzogen wie Kreditgeber für Bauern und drei große Verrechnungsstellen, die bei der Ausführung von Geschäften mit Aktien, Rentenpapieren und Optionsscheinen eine Rolle spielen.

S&P teilte mit, auch die Bewertung für langfristige von der US-Regierung garantierte Kredite, die von 32 Banken und Kreditgenossenschaften herausgegeben würden, sei auf „AA+“ gesenkt worden. Alle betroffenen Behörden und Banken verfügten über Schuldtitel, die wirtschaftlichen Schwankungen und einer weiteren Herabstufung langfristiger Kredite der US-Regierung ausgesetzt seien. Ihre Kreditwürdigkeit hänge von der Fähigkeit der US-Regierung ab, ihre eigenen Gläubiger zu bezahlen, erklärte die Ratingagentur.

Nach den Herabstufungen sackten die Aktien weiter ab. Der Dax verlor am Montag fünf Prozent und sackte damit den elften Handelstag in Folge ab. Auch in den USA, Asien und Europa zeigte die Börsenbarometer nach unten. Aus Angst vor einer weiteren Eskalation setzte der Goldpreis zu einer rasanten Rekordjagd an, während die Ölpreise kräftig fielen. Die Lage an den europäischen Anleihemärkten hellte sich hingegen deutlich auf.

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  • Wie ich schon sagte, eine "bären"starke Reaktion in dieser Situation - auch der finanziellen Probleme in der EU wegen - kann gut bis zu 30% betragen. Dann lägen wir knapp bei 5.000.

    Sollte es soweit runtergehen, gäbe es wieder Traumeinstiege. Das Problem sind nicht die Hedgefonds oder Banken, sondern die Riesenmasse an weltweit vagabundierendem freien Kapital, das - egal wo, eine Anlagemöglichkeit sucht. Dieses "virtuelle" wächst seit 20 Jahren kontinuierlich an und ist praktisch durch nichts zu kontrollieren. Es sei denn, die Politik wird irgendwann vernünftig und setzt gewissen Spekulationsmöglichkeiten einen Riegel vor. Etwas anderes wird da kaum helfen.

  • was glauben Sie, entwickelt sich hier der große Bruder
    von klein Leeman ?
    wir sind schnell bei 4000, wenn keiner kauft,
    aber der Teufel spielt immer mit, wer weiß das schon.

  • Leute Leute, diese Aussage von Moody's - aber auch von Fitch, gab es schon am Mittwoch der vergangenen Woche, noch bevor S&P zugeschlagen hat. Danach eben das Warten auf S&P.

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