Moody's sieht kaum Besserung: Investoren meiden strukturierte Anleihen

Moody's sieht kaum Besserung
Investoren meiden strukturierte Anleihen

Die Nachfrage nach in Verruf geratenen strukturierten Anleihen – Asset Backed Securities (ABS) – bleibt nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's schwach. Die Strategen von JP Morgan sind ähnlich skeptisch und erwarten, dass im ersten Halbjahr höchstens „eine Hand voll“ neuer ABS bei Investoren platziert wird.

FRANKFURT. Die Nachfrage nach in Verruf geratenen strukturierten Anleihen - Asset Backed Securities (ABS) - bleibt nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's schwach. Es habe schon im vergangenen Jahr kaum noch Investoren wie Fonds, Banken oder Versicherer gegeben. Und für das laufende Jahr sei kaum Besserung in Sicht, sagte Marie-Jeanne Kerschkamp, Leiterin des Bereichs strukturierte Finanzierungen bei Moody's in Frankfurt. Die Strategen von JP Morgan sind ähnlich skeptisch und erwarten, dass im ersten Halbjahr höchstens "eine Hand voll" neuer ABS bei Investoren platziert wird.

Bei strukturierten Finanzierungen lagern vor allem Banken Forderungen aus ihrer Bilanz aus und übertragen sie an eine Zweckgesellschaft. Die begibt Anleihen in verschiedenen Risikoklassen, die mit den Forderungen besichert sind. Seit dem Ausbruch der Suprime-Krise vor anderthalb Jahren stiegen nicht nur die Risikoaufschläge von mit Subprime-Krediten unterlegten ABS, sondern die aller verbrieften Produkte. Finanzinstitute mussten viele Hundert Mrd. Euro auf die Papiere abschreiben.

Im vergangenen Jahr wurden zwar nach Berechnungen von JP Morgan in Europa neue ABS über rund 705 Mrd. Euro platziert und damit gut 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Banken kauften die Papiere jedoch selbst und reichten die oberen Risikoklassen dann als Sicherheiten an die Notenbanken weiter, um dafür im Rahmen der Wertpapierleihe Geld zu bekommen. An Investoren gingen laut JP Morgan nur 1,2 Prozent der Verbriefungen.

Für das laufende Jahr erwartet Moody's insgesamt weniger Verbriefungen. Das liegt nicht nur am mangelnden Investoreninteresse, sondern auch daran, dass die Banken inzwischen bereits sehr viele Vermögenswerte verbrieft haben. Vergleichsweise großes Potenzial gebe es noch in Deutschland, weil dort in der Vergangenheit weniger Aktiva verbrieft wurden als in vielen anderen Ländern.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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