Mr. Bond
Starmanager meidet Anleihen aus Krisenstaaten

Michael Hasenstab von Franklin Templeton kann als einer der wenigen Fondslenker ganz frei entscheiden. Rund um die Welt suchen der US-Amerikaner und sein Team nach attraktiven Staatsanleihen, aktuell vor allem in Asien.
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FrankfurtDer Mr. Bond(s) der Fondsbranche heißt Michael Hasenstab. Der 38-jährige US-Amerikaner managt Anleihevermögen von 150 Milliarden US-Dollar (115,4 Milliarden Euro). In seinem schwersten Fonds, dem „Templeton Global Bonds“, stecken 45 Milliarden US-Dollar - der weltweit anlegende Staatsanleihefonds ist - abgesehen von einem Geldmarktfonds zum kurzfristigen Geldparken - der größte Investmentfonds für private Anleger am deutschen Markt.

In den vergangenen drei Jahren wurde der Fondsmanager des US-Anbieters Franklin Templeton vom breiten Publikum entdeckt - das Volumen des Fonds hat sich laut Fondsanalysten mehr als verdreifacht. Experten loben Hasenstabs Freigeist, Entschlossenheit sowie akribische Recherchen und Analysen, an denen mehr als 40 Anleiheanalysten mitarbeiten.

Die Arbeit hat sich ausgezahlt: Hasenstab, der bereits vor 16 Jahren bei Templeton anfing, zwischendurch eine Auszeit für seine Doktorarbeit nahm, macht seit Jahren mit überdurchschnittlicher Rendite auf sich aufmerksam. Seit 2006 schaffte er im Durchschnitt knapp neun Prozent Ertrag im Jahr. Besser war nur ein weiteres Hasenstab-Produkt unter den globalen Fonds, das neben Staatspapieren noch andere Bondarten kaufen darf.

Hasenstab sucht unabhängig von Börsen-Vergleichsindizes weltweit nach guten Anleihen. Viele Konkurrenten müssen dagegen ihre Strategie nach Bond-Indizes ausrichten. „Hasenstab darf völlig frei arbeiten“, sagt Christopher Wolter, Analyst beim Fondsratinghaus Feri Eurorating. Früher als andere erkannte Hasenstab, dass vor allem Asien Chancen bietet, etablierte Länder aber Risiken bergen, wie Miriam Sjoblom, Analystin beim US-Ratinghaus Morningstar, lobt. Die Folge: Er meidet Anleihen aus Ländern mit der höchsten Staatsverschuldung. Seit Jahren hält er keine US- und japanischen Staatsanleihen, europäische Staatsbonds reduzierte er im Zuge der sich zuspitzenden Schuldenkrise auf wenige Prozent des Fondsvermögens - zugunsten von Südkorea, Malaysia, Australien, Polen, Schweden und Irland. Asien-Titel stellen knapp die Hälfte des Vermögens. Sjoblom: „Hasenstab bringt die neue Wirtschaftsmacht China indirekt in den Fonds, indem er auf deren Handelspartner setzt.“

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  • -Für jeden "STAR" gibt es 20 Versager im Fondsbereich.
    -Wer dieses Jahr "STAR" ist hat es einzig und allein dem Zufall zu verdanken, nächstes Jahr ist er unter ferner liefen.
    -die "STARS" interessieren sich in erster Linie für ihre eigenen Vergütungen, der Anleger bekommt Almosen oder Verluste

  • DA muss ich nicht STAR sein, um Krisenwerte zu meiden!!! Professionell ist, gerade unter diesen hochrentierlichen Werten jene zu filtern, die trotz Medienrummel in 5 Jahren eine Rendite von 6,98 Prozent wie z.B. Italien, abgeben werden. Weil der Stiefel zur EU gehört. Sie ohne ihn im Kochwasser der Krise treiben würde. Hört auf mit diesen STAR-ALLÜREN! Die Stars sitzen vielleicht in den PC-Programmen, die Dummies davor! Und: Coca-Cola ist krisenresistent! Nestle schon anfälliger, nur noch Zukäufe gewähren Wachstum. British Tabacco, dänische Dialysewerte... Viel Erfolg!

  • Gehörte nicht Pimco auch zu " Stars " bzw. Experten der Szene, bevor sie mit dem Meiden von US-Treasury-Bonds so richtig in die Scheiße griffen, und ihnen die Investoren in Scharen davonliefen .....

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