MS Deutschland
„Das Traumschiff“ ist pleite

Das fernsehbekannte „Traumschiff“ bangt um die Zukunft: Die Beteiligungsgesellschaft hat Insolvenz angemeldet. Gläubiger der Anleihe hatten eine Zinsstundung zuvor verweigert – nun stehen 50 Millionen Euro auf dem Spiel.
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EutinWas sich bisher nur am Horizont abgezeichnet hatte, hat das „Traumschiff“ jetzt erreicht: Die MS Deutschland muss den Rettungsring werfen, die Beteiligungsgesellschaft mbH hat am Mittwoch beim Amtsgericht Eutin den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Im September hatte die Agentur Feri EuroRating Services das Emissionsrating der MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft von „B-“ auf „CC“ herabgestuft, weil sich die „Risiken für eine nicht ordnungsgemäße Bedienung und Tilgung der Anleihe“ weiter erhöht hätten.

Im Rahmen einer Gläubigerversammlung am 8. Oktober 2014 hatte das Management einen gemeinsamen Vertreter ernennen wollen, der einer Zinsstundung und einem Verzicht auf Kündigung zustimmen sollte. Doch weil nicht genug Gläubiger erschienen, war die Versammlung nicht beschlussfähig gewesen. Mit der Insolvenz stehen für Investoren jetzt 50 Millionen Euro auf dem Spiel.

Die Verschlechterung der Liquiditätssituation nach der gescheiterten Gläubigerversammlung seien laut Beteiligungsgesellschaft ebenso wie „nicht vorhandene mittelfristig notwendige weitere Finanzierungszusagen“ für die negative Finanz- und Vermögenslage verantwortlich gewesen.

In Eigenverwaltung soll das klamme Unternehmen gerettet werden, gab die Beteiligungsgesellschaft auf ihrer Website bekannt. Sanierungsgeschäftsführer werde demnach Wolfram Günther, Managing Director der One Square Advisors GmbH. „Herr Günther ist ein anerkannter Restrukturierungsexperte“, heißt es in der Erklärung.

Er verfüge über „umfangreiche Erfahrungen in der Sanierung von Unternehmen sowie der Restrukturierung von Anleihen“ und solle die Sanierung der Gesellschaft schnellstmöglich vorantreiben. Günther selbst wird mit den Worten zitiert, er sei „sehr optimistisch, die Deutschland langfristig in ein sicheres Fahrwasser zu bringen“.

Die MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH veranstaltet als Eigentümerin des Kreuzfahrtschiffes ganzjährig Kreuzfahrten. Die geplanten Reisen des Schiffes, das über insgesamt 294 Passagierkabinen verfügt, sollen trotz der Insolvenz stattfinden.

Christoph Henrichs
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

Kommentare zu " MS Deutschland: „Das Traumschiff“ ist pleite"

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  • Vor 3 Jahre war ich auf diese Schiff in St. Petrsburg Check in.
    Da waren Leute nur über 75 Jahre. Habe dann Check out gemacht. Nix verpasst.

  • Der alte Deilmann-Dampfer ist kaum noch konkurrenzfähig und daher weitgehend aus dem Rennen um die vermeintlich anspruchsvolle (Massen-)Kundschaft.

    Der alte Deilmann hätte es längst erkannt - und wird daher weiter sanft ruhen.

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