Münchener Hyp gibt ihren ersten „Slimbo“ heraus
Neuer Anleihentyp kommt in Mode

Das Konzept von liquiden großvolumigen Geldmarktanleihen etabliert sich als neues Marktsegment. In der nächsten Woche will die Münchener Hypothekenbank einen so genannten Slimbo (Short Liquid Moneymarket Bond) herausbegeben. Er wird in acht Monten fällig und hat ein Volumen von 500 Mill. Euro. Vermarktet wird er voraussichtlich mit einer Rendite von 2,16 Prozent.

cü/HB FRANKFURT/M. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat das Slimbo-Konzept vor gut einem Jahr entwickelt. Das Besondere an diesen Geldmarktbonds mit einer Laufzeit von maximal zwei Jahren ist das hohe Volumen. Die ausstehenden Slimbos – es gibt sie von der LBBW, der NRW-Bank und der Hypothekenbank in Essen – sind zwischen 750 Mill. und zwei Mrd. Euro schwer. Bei anderen Geldmarktpapieren wie Commercial Papers gelten dagegen Volumen von 100 Mill. Euro schon als die Ausnahme.

Die großen Volumina sind möglich, weil die konsortialführenden Banken für sie bis zum Ende der Laufzeit An- und Verkaufsspannen für Abschlüsse bis zu 15 Mill. Euro in engen Spannen stellen und die Papiere so gut handelbar machen. „Die Slimbos sind deshalb bei professionellen Investoren wie Geldmarktfonds sehr gefragt“, sagt Christian Güntzel, Syndikatsmanager bei der Commerzbank. Das so genannte Market Making funktioniert wie bei den vor zehn Jahren geschaffenen Jumbo-Pfandbriefen. Diese gedeckten Bankenanleihen haben sich international zu einem Markt von mehr als 600 Mrd. Euro entwickelt.

Der Slimbo-Markt ist dagegen mit einem Volumen von insgesamt neun Mrd. Euro noch klein. „Slimbos sind aber schon jetzt ein neues Marktsegment, und es werden sicher noch einige Emittenten, möglicherweise auch aus dem Ausland, kommen“, sagt Güntzel. Die Commerzbank gehört mit Citigroup, DZ Bank, Ixis und LBBW zum Konsortium des geplanten Slimbos der Münchener Hyp.

Die Münchener Hypothekenbank zählt zu den kleineren Hypothekenbanken und gehört zum genossenschaftlichen Finanzverbund. „Wir wollen die Initiative der LBBW unterstützen und auch unseren Investoren ein neues Anlageprodukt anbieten“, sagt Rafael Galuszkiewicz, der für die Refinanzierung der Münchener Hyp verantwortlich ist. Mit der Emission wolle die Bank außerdem unterstreichen, dass sie für Innovationen am Finanzmarkt aufgeschlossen sei. Vorstand Friedrich Munsberg hat vor zehn Jahren bei der Frankfurter Hypothekenbank den ersten Jumbo-Pfandbrief mitentwickelt.

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