Nach den jüngsten Turbulenzen beobachten Experten Marktstabilisierung – Risikoprämien nähern sich fairen Niveaus
Schrottanleihen suchen Halt

Die Entwicklung von hochverzinslichen Unternehmensanleihen, so genannten Junk-Bonds, hat den Anlegern in diesem Jahr wenig Freude bereitet. Spekulationen um Verluste von Hedge-Fonds und die Turbulenzen um die US-Autokonzerne General Motors und Ford ließen die Kurse dieser Papiere einbrechen. Im Schnitt fuhren die Investoren mit den spekulativen Anleihen in diesem Jahr – trotz hoher Zinsscheine – einen Verlust von 1,3 Prozent ein.

HB FRANKFURT/M. Anders als bei Aktien sind zwar Kursverluste bei Anleihen für Investoren, die ihre Papiere bis zur Fälligkeit halten, nicht relevant. Doch gerade bei Junk-Bonds gilt die „Buy-and-hold-Strategie“ als riskant, denn der Name Schrottanleihen – deutsche Übersetzung des Begriffs Junk-Bond – ist der Tatsache zu schulden, dass die Gefahr groß ist, dass sowohl Zins- als auch Kapitalrückzahlung ausfallen. Als Junk-Bonds gelten Anleihen, deren Emittenten von den großen Ratingagenturen wie etwa Standard & Poor’s (S&P) und Moody’s als zweifelhafte Schuldner eingestuft werden.

Mittlerweile liegen die sich gegenläufig zu den Kursen entwickelnden Renditen der Junk-Bonds im Schnitt 4,5 Prozentpunkte über denen von sicheren Staatsanleihen. Mitte Februar waren es dagegen nur 2,4 Prozentpunkte – ein historisch niedriger Wert.

Experten hoffen nun, dass auf dem aktuellen Niveau das Schlimmste vorbei ist. „In den vergangenen Tagen hat sich der Markt etwas erholt, und die Risikoaufschläge sind leicht gesunken“, sagt Max Kircher, Fondsmanager bei West AM. „Anders als bei Unternehmensanleihen mit Ratings im so genannten Investment-Grade-Bereich gibt es bei Junk-Bonds jetzt wieder angemessene Risikoprämien“, sagt auch Klaus Oster vom Research für Unternehmensanleihen bei der Fondsgesellschaft Deka Investment.

Trotzdem ist Oster auch bei hochverzinslichen Unternehmensanleihen vorsichtig: „Ich sehe eher noch leicht steigende als fallende Risikoaufschläge.“ Da in den vergangenen Jahren viele Unternehmen mit besonders schlechten Ratings mit Noten im Bereich „CCC“ den Markt angezapft hätten, habe sich die Qualität der Schrottpapiere allgemein verschlechtert.

Viel hängt für Oster davon ab, ob die Risikoaufschläge der Bonds von General Motors und Ford noch weiter steigen. Die Ratingagenturen haben die Anleihen der beiden Konzerne vor kurzem als Junk-Bonds eingestuft.Die Anleihen beider Konzerne hielten sich zunächst stabil. Banken wie Dresdner Kleinwort Wasserstein glauben aber, dass der Druck auf die Bonds anhält.

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