Nach der Lehman-Pleite
Samurai-Bonds geraten in Gefahr

Japanische Investoren sorgen sich um Anleihen im Wert von rund 1,3 Milliarden Euro, das das gestürzte Investmenthaus wahrscheinlich nicht zurückzahlen kann. Das Image der Anlageform droht zu leiden, eine der letzten Kapitalquellen könnte versiegen.

TOKIO. Japans Investoren sorgen sich um Anleihen im Wert von 1,3 Mrd. Euro, die das gestürzte Investmenthaus Lehmann Brothers vermutlich nicht zurückzahlen kann. Für Nippon würde ein Ausfall des gesamten Betrages eine Belastung in der Größenordnung des dramatischen Rückzugs von Argentinien aus dem Schuldendienst im Jahr 2002 bedeuten. Das Image einer als relativ sicher geltenden Anlageklasse könnte Schaden nehmen.

"Japanischen Investoren wird klar werden, dass auch gute Namen Risiken bergen", sagt Akira Takei, Chef der Anleihe-Abteilung bei Mizuho Asset Management. Die Deutsche Bank hat ihren Plan, demnächst in Tokio Anleihen auszugeben, gestern auf Eis gelegt. "Wir werden die Papier ausgeben, wenn der Markt sich wieder erholt hat", teilte ein Sprecher mit.

Gibt ein Unternehmen einen "Samurai-Bond" aus, verkauft es in Tokio Anleihen, die auf Yen lauten. Sie fallen unter japanisches Recht. Internationale Investoren versorgen sich so in dem reichen, aber sicherheitsbewussten Land mit Kapital. Das Geld bleibt zum Teil im Land und fließt ins Japan-Geschäft, wird meist jedoch ins Ausland gebracht und dort eingesetzt.

Samurai-Bonds galten gerade in diesem Jahr als ein beliebtes Mittel, um an Geld zu kommen. Da Japan von der Subprime-Krise nicht so schlimm getroffen war, ließen sich weiterhin Anleihen zu günstigen Zinsen platzieren. Die Citigroup gab zuletzt Anleihen dieser Klasse im Wert von zwei Mrd. Euro aus. Bereits im Juli hatte die US-Großbank auf diese Weise rund eine Mrd. Euro aufgenommen.

Auch Wal Mart oder die Royal Bank of Scotland haben in den vergangenen Wochen Japans Kapitalmarkt in großem Stil angezapft. Im Jahr 2007 hat sich die Ausgabe von Samurai-Bonds gegenüber 2006 bereits verdreifacht. Nichtjapanische Investoren gaben insgesamt Papiere im Wert von 17 Mrd. Euro aus.

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